Schwere Vorwürfe gegen Gründer

"Zutiefst erschüttert" – Missbrauch in SOS-Kinderdorf

Jetzt rückt der Gründer der SOS-Kinderdörfer in den Fokus des Missbrauchs-Skandals. Salzburgs Politik fordert rasche Konsequenzen.
Michael Pollak
24.10.2025, 16:14
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Nach den schweren Vorwürfen gegen den Gründer der SOS-Kinderdörfer, Hermann Gmeiner, ziehen Stadt und Land Salzburg Konsequenzen. Sowohl Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) als auch Soziallandesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ) äußerten sich erschüttert – und kündigten mögliche Schritte an.

Die in den Medien erhobenen Anschuldigungen gegen den SOS-Kinderdorf-Gründer hätten ihn "zutiefst erschüttert", sagte Auinger. Sollte sich die Tragweite bestätigen, sehe er "dringenden Handlungsbedarf". In diesem Fall führe "kein Weg an einer Umbenennung vorbei". Der Bürgermeister wolle rasch das Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern von SOS-Kinderdorf sowie mit anderen Gemeinden suchen. Auch die Anrainer sollen eingebunden werden. Die Hermann-Gmeiner-Straße liegt an der Grenze zwischen dem Stadtteil Maxglan-West und der Gemeinde Wals-Siezenheim.

Auch das Land Salzburg reagierte deutlich. Soziallandesrat Wolfgang Fürweger sprach laut SN von einem "massiven Führungsversagen" und zweifelte nach dem jüngsten Auftritt von SOS-Kinderdorf-Geschäftsführerin Annemarie Schlack an der Glaubwürdigkeit der Organisation. "Das Vertrauen ist schwer beschädigt", so Fürweger.

Sexuelle und körperliche Gewalt

Hintergrund sind Enthüllungen über sexuelle und körperliche Gewalt an Schutzbefohlenen durch den Gründer sowie massive Vorwürfe gegen Verantwortliche der Organisation. Leidtragende seien Kinder und Jugendliche, die Schutz gebraucht hätten und ihn nicht bekamen. Betroffen seien aber auch Spenderinnen, Spender und Fördergeber, die einen Großteil der Finanzierung sicherstellen.

Die Forderungen im Detail

  • Ehrliche Entschuldigung: Eine klare, öffentliche Entschuldigung bei den Betroffenen, Spendern und Fördergebern – ohne Ausflüchte oder PR-Floskeln. "Eine ehrliche und persönliche Anerkennung des Leids ist längst überfällig. Bisher fehlt sie", so Fürweger.
  • Lückenlose Aufklärung: Eine unabhängige, transparente Untersuchung aller Vorwürfe – inklusive offengelegter Ergebnisse und Konsequenzen. Besonders wichtig sei, dass auch aktuell betreute Kinder und Jugendliche eingebunden werden. "Aufklären heißt nicht beschwichtigen, sondern Missstände ein für alle Mal abstellen", betont Fürweger.
  • Klarer Zeitplan: Bis Ende 2026 erwartet das Land einen vollständigen Abschlussbericht mit strukturellen Maßnahmen. "Wer Vertrauen zurückgewinnen will, muss Verantwortung übernehmen", stellte Fürweger klar. Das habe er der Geschäftsführung bereits am Freitagvormittag in einer Videokonferenz mitgeteilt – "ein offenes und konstruktives Gespräch".

Das Land Salzburg fordert nun laut SN von SOS-Kinderdorf Österreich drei konkrete Schritte.

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