Der tragische Zwischenfall hat sich bereits vor knapp zwei Wochen ereignet, wurde aber erst jetzt bekannt: Die 54-jährige Mühlviertlerin war mit Schmerzen in der Brust ins Klinikum Rohrbach eingeliefert worden. Dort wurde ein Aorta-Riss diagnostiziert und das Linzer Kepler Klinikum um Unterstützung ersucht. Dazu kam es aber nicht, die Patientin starb.
Die Politik zeigt sich heute, Sonntag, bestürzt, die Kritik ist groß: Das OÖ-Spitalswesen sei "völlig ungesteuert, ineffizient, schlicht hochgradig dysfunktional", so der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ). Er pocht auf Kompetenzzentren mit klaren Zuständigkeiten, digitaler Vernetzung und ausreichend Personal.
SP-Gesundheitssprecher Peter Binder fordert als unmittelbare Konsequenz eine Sondersitzung des Aufsichtsrates der zuständigen OÖ-Gesundheitsholding. "Es häufen sich bei mir die Hinweise, dass alles auf ein Totalversagen zusteuert", erklärt er im Gespräch mit "Heute".
"Es ist für mich völlig unverständlich, dass hier weder im Bundesland noch über Bundesländergrenzen hinweg eine rasche Hilfe möglich war", reagiert Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander (ÖVP). Sie habe den Geschäftsführer der Holding, Franz Harnoncourt, angewiesen, die Geschehnisse aufzuklären.
"Ich lege Wert darauf, dass eine umfassende Analyse zu den Abläufen gemacht wird", so Haberlander. Alle beteiligten Organisationen hätten die Verantwortung, aus diesem Fall zu lernen und zu überprüfen, wie Verbesserungen in der Versorgung erreicht werden können.