Es ist ein bekanntes Problem: Die Zahl der ausgeforschten Verdächtigen bis 18 Jahre ist den vergangenen Jahren auch in OÖ deutlich gestiegen. Die Volkspartei vergleicht gegenüber "Heute": 2014 wurden 5.162 mutmaßliche Täter registriert, 2023 waren es 7.481.
In der Altersgruppe der Unter-Zehnjährigen sank die Zahl leicht – von 126 auf 121. Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von zehn bis 14 Jahren gab es hingegen ein deutliches Plus: zuerst 799, dann 1.610. Bei den 14- bis 18-Jährigen erhöhte sich die Anzahl von 4.237 auf 5.750.
Zur Ergänzung: Im Vorjahr sind die Werte laut Kriminalbericht weitgehend etwas unter dem Niveau von 2023 gelegen.
Die Landespartei pocht angesichts der Statistik auf eine verschärfte Handhabe für die Polizei und begrüßt die vom Bund angekündigte "gefängnisähnliche Unterbringung". Aus Sicht der OÖVP brauche es auch Sanktionsmöglichkeiten, wenn die Betroffenen im Elternhaus verbleiben. Sie denkt an temporäre Ausgehverbote Hausarreste und elektronische Fußfesseln.
Landesparteimanager Florian Hiegelsberger fordert eine betreute Unterbringung sogenannter Intensivtäter. Und weiter: "Wir brauchen für die Justiz abgestufte Möglichkeiten für die Verhängung unbedingter Strafen in Form des Warnschuss-Arrests."
„Wir brauchen abgestufte Möglichkeiten für die Verhängung unbedingter Strafen in Form des Warnschuss-Arrests.“Florian HiegelsbergerVP-Parteimanager
Das Modell wird in Deutschland angewandt: Richter haben dabei die Möglichkeit, Haft niedriger als die eigentlichen Jugendstrafe (Mindestmaß sechs Monate) zu verhängen. Die Bandbreite: ein bis zwei Wochenenden, zwei bis vier Tage oder ein bis zwei Wochen). Diese Sanktionen können auch ergänzend zu einer bedingten Strafe verhängt werden.
Auch woanders will man sich am Nachbarland orientieren: Hiegelsberger verlangt Strafen für unkooperative Eltern. Die Grünen, ebenfalls Teil der OÖ-Landesregierung schütteln den Kopf: "Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass man Kinder und Jugendliche auf einen besseren Lebensweg bringt, wenn man ihre Eltern ins Gefängnis sperrt?", so Klubchef Severin Mayr.
„Glaubt jemand ernsthaft, dass man Kinder auf einen besseren Lebensweg bringt, wenn man Eltern ins Gefängnis sperrt?“Severin MayrGrüner Klubchef
Man müsse vielmehr endlich die Ursachen bekämpfen. Das bedeute, Familien von Beginn an tatkräftig zu unterstützen, sie für Engagement zu belohnen und mit Schulen in ein gemeinsames Boot zu bringen. "Gelingt der Bildungsweg, ist auch eine gute Basis für das weitere Leben gelegt", betont Mayr.