23-Jähriger verurteilt

"Fand das witzig" – Fake-Polizist bricht Frau Kiefer

Schreckliche Gewalttat im Südburgenland: Ein junger Mann gab sich als Polizist aus und attackierte eine Frau. Nun wurde der 23-Jährige verurteilt.
Newsdesk Heute
24.02.2026, 21:27
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Bereits zum zweiten Mal musste der junge Burgenländer auf der Anklagebank des Landesgerichts Eisenstadt Platz nehmen. Schon im Jahr 2022 wurde der Mann wegen schwerer Körperverletzung zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt. Damals hatte er einen Polizisten verprügelt.

Einen Lerneffekt dürfte diese Verurteilung bei dem 1,84 Meter großen Mann wohl nicht ausgelöst haben. Denn, am 8. September schlug er erneut zu. Sein Opfer: eine 1,65 Meter große 43-Jährige.

Viele Erinnerungslücken

Laut einem Bericht der "Krone" dürfte der Angeklagte an besagte Nacht im Südburgenland nur mehr wenig Erinnerungen haben. Der Satz: "Das weiß ich nicht", soll auffallend oft gefallen sein. Ob seine damalige Alkoholisierung von 0,29 Promille Grund für die Erinnerungslücken ist, bleibt unklar.

Abgespielt haben soll sich das Ganze jedenfalls folgendermaßen: Gegen Mitternacht sei der Beschuldigte von der Tankstelle, in der er getrunken hatte, mit dem Fahrrad heimgefahren. Dabei soll der 23-Jährige sein späteres Opfer in einem Auto erblickt haben.

Er sei zu dem parkenden Fahrzeug hingegangen, habe das Kennzeichen fotografiert, sich dann als Polizist ausgegeben und die Fahrzeugpapiere von der 43-Jährigen verlangt. "Ich fand das total witzig", wird der Angeklagte von der "Krone" zitiert.

Frau spielte nicht mit

Die Frau ließ sich jedoch nicht auf die Spielchen des Beschuldigten ein. "Wenn du von Polizei bist, bin ich der Weihnachtsmann", soll sie ihm gesagt haben. Dies stachelte den jungen Mann wohl noch mehr an. Er posierte für ein weiteres Foto vor dem Auto der 43-Jährigen, lachte sie aus und beschimpfte die Frau.

Schlussendlich reichte es der 43-Jährigen. Sie alarmierte die "Kollegen" des Beschuldigten. Dieser zeigte sich dennoch unbeeindruckt. "Mal sehen, wer den Einsatz zahlt. Ich sicher nicht", so der 23-Jährige.

Dann eskalierte die Situation jedoch vollkommen. Die Frau stieg aus dem Wagen aus und näherte sich dem jungen Mann. Er fuchtelte mit den Händen herum und schrie die 43-Jährige an, Abstand zu halten. Diese stolperte aber und berührte den Beschuldigten dabei im Gesicht. Daraufhin holte dieser zum Schlag aus. Mit einem Kinnhaken schlug er die 43-Jährige k.o.

Doppelter Kieferbruch, Schmerzen bis heute

Aus der Sicht des Angeklagten sei es Notwehr gewesen. Die Frau habe ihn zuerst geschlagen, er habe nur aus Reflex gehandelt und blind um sich geschlagen. Das Opfer hat seit dem Vorfall jedenfalls mit Schmerzen zu kämpfen. Sie erlitt einen doppelten Kieferbruch. Auch heute noch müsse sie täglich acht Schmerztabletten schlucken. Zudem seien die Zähne immer noch locker.

Auf Aufforderung der Richterin wollte sich der 23-Jährige nach der Aussage der 43-Jährigen bei ihr entschuldigen. Darauf dürfte die Frau aber keine Lust gehabt haben. Sie lehnte entschieden ab.

Schlussendlich wurde der 23-Jährige zu einer zwölfmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Des Weiteren wurde ihm eine Probezeit von drei Jahren auferlegt. Zudem muss der Beschuldigte eine Geldstrafe von 720 Euro sowie 3.000 Teilschmerzensgeld für die Frau bezahlen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 24.02.2026, 21:31, 24.02.2026, 21:27
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