Am Montag setzte es einen Paukenschlag im Ermittlungsverfahren um den gewaltsamen Tod einer Bewohnerin (87) der Luxus-Seniorenresidenz in Wien-Döbling.
Wie berichtet, brachten ausgewertete DNA-Spuren den gefassten Verdächtigen Yilmaz C. (61) schwer in Erklärungsnot. Im Gutachten wurden eindeutige Spuren des durch Überwachungsvideos überführten "Blumenkavaliers" im Zimmer der Seniorin gefunden.
Der 61-Jährige, der bereits achtfach vorbestraft ist und viele Jahre im Häf’n verbrachte, hatte bisher abgestritten, mit dem Tod der 87-Jährigen etwas zu tun gehabt zu haben. Es gilt die Unschuldsvermutung, doch die Beweislast scheint erdrückend. Denn auch auf der Leiche der Seniorin fanden sich Spuren des Verdächtigen.
Am Dienstag nahm nun die Wiener Ermittler öffentlich Stellung: Der Fall gilt aus Sicht der Polizei als geklärt!
Bei ihrer Pressekonferenz enthüllten Kriminalisten und Staatsanwaltschaft erschütternde Details. So wurde die 87-Jährige am 20. Jänner in den Mittagsstunden von den Mitarbeitern des Seniorenheims leblos aufgefunden, nachdem sie bei Frühstück und Mittagessen vermisst worden war. Die alarmierte Ärztin konnte nur noch den Tod feststellen.
Die Polizei musste wegen der "bedenklichen Auffindungssituation" von einem Tötungsdelikt ausgehen: Die Bettdecke war über den Kopf des Opfers geschlagen, Blut auf der Bettwäsche feststellbar. Das Opfer hatte sichtbare Einblutungen im Gesichtsbereich, ein Fingernagel war abgebrochen und ein Schmuckstück steckte in ihrem Mund-Rachen-Bereich.
Sofort wurde die Spurensicherung mit der Analyse des gesamten Raums beauftragt. Derweil brachte die Obduktion zutage, dass das Mordopfer mehrere Kratzer im Gesicht und Hämatome an den Armen erlitten hatte. Abwehrverletzungen! Mehrere Rippen waren zudem gebrochen.
Ein Bruch des Schildknorpelhorns ließ auf massive Gewalteinwirkung gegen den Hals schließen. Die Frau dürfte im Würgegriff ihres Mörders erstickt sein.
Aufmerksame Mitarbeiter und Bewohner des Seniorenheims konnten eine verdächtige Person beschreiben, die sich am Tag der Tat in dem Heim herumgetrieben hatte – auch rund um die Tatzeit vor dem Zimmer des Opfers. Sein auffälliger Blumenstrauß wurde ihm dabei zum Verhängnis.
Diese Hinweise mitsamt der Videoüberwachung führten die Polizei schließlich zum mutmaßlichen Killer. Der 61-jährige Türke wurde identifiziert und nach der "massiven Erhärtung" des Tatverdachts festgenommen. Er hatte schon im Jahr 2020 eine Bewohnerin des Seniorenheims um ihr gesamtes Vermögen gebracht – war dafür sogar in Haft!
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Im Zuge der Vernehmungen hatte der Türke alles abgestritten, brachte laut Polizei nur "fadenscheinige Ausreden" vor. So behauptete er, er habe sich nur bei seinem früheren Betrugsopfer entschuldigen wollen – dieses ist allerdings bereits verstorben.
Seine DNA wurde jedoch auch an der Leiche und im Zimmer gefunden. Aus kriminaltechnischer Sicht gilt er als mutmaßlicher Täter und die polizeilichen Ermittlungen somit als abgeschlossen. Der Beschuldigte befindet sich aktuell in Untersuchungshaft.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt hingegen weiter. Der finale Obduktionsbericht ist noch ausständig, zusätzlich wurde noch ein Gutachten zur Zurechnungsfähigkeit in Auftrag aufgegeben. Schon jetzt ist klar: Es wird eine Mordanklage gegen Yilmaz C. geben. Ihm drohen 10 bis 20 Jahre bzw. lebenslange Haft.