Nach dem Tod einer 87-jährigen Bewohnerin in einer exklusiven Seniorenresidenz in Wien-Döbling und laufenden Mordermittlungen weist das Heim Berichte über weitere Todesfälle in der Vergangenheit entschieden zurück. In einer Aussendung spricht die Leitung von "unwahren Anschuldigungen" und droht Medien mit rechtlichen Schritten.
Der Eindruck, es habe in den späten 2010er-Jahren ähnliche "mysteriöse" Todesfälle gegeben, sei falsch, heißt es. Der Medienanwalt sei eingeschaltet, man behalte sich Unterlassungs- und Widerrufsklagen vor. Aktuell würden alle Kräfte in die Zusammenarbeit mit den Behörden sowie die Betreuung der Bewohner fließen.
Trotz des Dementis sorgen frühere Vorfälle weiter für Unruhe. In den Jahren 2018 und 2019 kam es laut damaliger Berichterstattung zu Ermittlungen nach Todesfällen in der Residenz. Angehörige äußerten damals Zweifel an einem natürlichen Tod und berichteten zudem von verschwundenem Schmuck aus den Zimmern der Verstorbenen.
Zu diesen Fällen zählt auch der Tod der Witwe der ORF-Radiolegende Walter Niesner, die 2019 tot in ihrem Zimmer gefunden wurde. Ihre Tochter Brigitte Schneider hatte bereits damals den Verdacht eines Fremdverschuldens geäußert und musste später vor Gericht ziehen, nachdem Schmuck aus dem Zimmersafe verschwunden war.
Die Polizei betonte auf "Heute"-Anfrage, dass derzeit kein Zusammenhang zwischen dem aktuellen Mordfall und früheren Ermittlungen gesehen werde. Zu Details äußern sich die Ermittler aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.
Fest steht: Die 87-jährige Österreicherin wurde am 20. Jänner um 13.45 Uhr von Pflegepersonal tot in ihrem Zimmer entdeckt. Eine Obduktion bestätigte den Mordverdacht.