Ein 31-jähriger Lehramtsstudent steht in Wien wegen schwerer Sexualdelikte vor Gericht. Ihm werden ein versuchter Übergriff auf eine Joggerin sowie eine Vergewaltigung einer 17-Jährigen vorgeworfen.
Am 26. Mai 2025 soll der Angeklagte in Liesing eine Joggerin attackiert haben. In einem Park stieß er die junge Frau von hinten zu Boden. "Sie konnte sich Gott sei Dank wehren", so der Ankläger. Das Opfer trat um sich und schrie laut, woraufhin "der Angeklagte seelenruhig weg joggte", berichtet die "Krone".
Am 6. August wurde der Mann laut Anklage auf eine erst 17-Jährige aufmerksam. Er folgte ihr von der Straßenbahn bis zu ihrem Wohnhaus und wartete vor dem Eingang. "Ich hab' gewartet, dass sie die Tür aufmacht." Als dies nicht geschah, soll er vier Tage später in der Nacht mit einem Messer zurückgekehrt sein.
Die Jugendliche schlief, als der 31-Jährige in die Wohnung eingedrungen sein soll. Laut Anklage verletzte er sie zunächst mit dem Messer am Handgelenk und vergewaltigte sie anschließend über einen längeren Zeitraum. Er habe gedroht, sie umzubringen, sollte sie sich wehren. Erst als das Mädchen angab, ihre Mutter komme bald nach Hause, verließ er die Wohnung.
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/544 08 20
Polizei-Notruf: 133
Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte >
Ein 31-jähriger Angeklagter hat vor dem Wiener Schöffensenat ein Geständnis abgelegt – ohne jede erkennbare Emotion. "Ja, das ist so gewesen", sagte der Mann im Gerichtssaal.
Der gebürtige Mödlinger erklärte, er habe bereits in der späten Pubertät gemerkt, keinen normalen Zugang zur Sexualität zu haben. Dabei habe er immer wieder an 12-jährige Mädchen gedacht. Umso schockierender: Nach der Matura begann er Lehramt zu studieren und besuchte bis zu seiner Inhaftierung die Universität.
Gerichtspsychiater Peter Hofmann kam in seinem Gutachten zu dem Schluss, dass der 31-Jährige an einer Störung der Sexualpräferenz leidet, die ihn gefährlich mache. Auch im Prozess wurde dies thematisiert. So fragte die beisitzende Richterin: "Hatten Sie vorher schon Vergewaltigungsfantasien?" Der Angeklagte antwortete: "Es hat sich gesteigert." Sein Suchverlauf auf dem Laptop soll diese Entwicklung bestätigen.
Zur Attacke auf eine Joggerin erklärte der Mann lediglich: "Die Intention war schon, sie zu vergewaltigen."
Für den Lehramtsstudenten wurde eine Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum beantragt. Zudem droht ihm eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Da sich bei der Einvernahme der 17-Jährigen Hinweise auf eine mögliche posttraumatische Belastungsstörung ergaben, wurde der Prozess auf April vertagt. Bestätigt sich dieser Verdacht, könnte sich der Strafrahmen für den Wiener auf 15 Jahre erhöhen.