Staubwischen auf wackeligen Hockern, Fensterputzen auf der Sofalehne oder Lampen reinigen auf instabilen Sesseln – viele Menschen in Österreich gehen beim Saubermachen unnötige Risiken ein. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV).
Die Folge: Jedes Jahr kommt es zu zahlreichen Unfällen im Haushalt, die sogar im Krankenhaus behandelt werden müssen. Stürze sind dabei mit Abstand die häufigste Unfallursache – sie machten 2025 rund 61 Prozent aller Reinigungsunfälle aus.
Besonders auffällig: In mehr als der Hälfte der Fälle (54 Prozent) waren Ablenkung, Hektik oder Unachtsamkeit ausschlaggebend. "Oft versuchen Menschen, Zeit zu sparen – etwa indem sie die Leiter nicht richtig positionieren oder Gegenstände nicht wegräumen", erklärt Johanna Trauner-Karner vom KFV. Das führe schnell zu gefährlichen Situationen.
Vor allem ältere Personen verletzen sich häufig: Rund 52 Prozent der Betroffenen sind Seniorinnen und Senioren. Gerade für sie sind Stürze besonders gefährlich. Insgesamt mussten im vergangenen Jahr 237.300 Menschen in Österreich nach Stürzen im Haushalt im Krankenhaus behandelt werden.
Experten betonen: Auch sicheres Fallen kann trainiert werden.
"Kinder und junge Menschen können meist gut fallen – das kann man aber ein Leben lang üben", sagt Zirkusartist Tobias Mechtler. Wichtig sei etwa das Abrollen, wie man es aus Kampfsportarten kennt. Auch sein Kollege Hubert Wieser empfiehlt, solche Bewegungsabläufe gezielt zu trainieren – am besten in einer sicheren Umgebung mit ausreichend Platz.
"Für eine gute Balance braucht man Zeit und einen sicheren Stand", erklärt Artistin Stephanie Skrein. Keine waghalsigen Improvisationen im Haushalt. "Überlassen Sie die Kunststücke lieber den Profis", sagt Trauner-Karner.