Regen, kalt, Sonne, Schnee

Wetter-Achterbahn: Darum steigt dein Schlaganfallrisiko

Mit den steigenden Temperaturen im Frühling kommt bei vielen von uns gute Laune auf. Doch unser Gehirn hat mit den Wechseln ganz schön zu kämpfen.
Heute Life
20.03.2026, 15:11
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Einmal ist es mild, dann wieder eisig kalt, zwischendurch fühlt es sich fast wie Frühling an, bevor es wieder frostig wird. Diese ständigen Wechsel machen uns nicht nur bei der Kleiderwahl das Leben schwer. Auch unser Gehirn gerät ordentlich unter Druck. Das kann sogar richtig gefährlich werden.

Wenn das Hirn aus dem Takt kommt – was bedeutet das?

Laut einer Studie des Universitätsklinikums Jena erhöhen abrupte Wetterumschwünge das Risiko für Hirninfarkte massiv. Untersucht wurden mehr als 1.600 Patientinnen und Patienten. Das Ergebnis: Plötzliche Wetterwechsel bringen ein deutlich höheres Risiko für sogenannte ischämische Schlaganfälle mit sich.

Das passiert beim Hirnschlag

Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend durchblutet, wodurch Gehirnzellen aufgrund von Sauerstoffmangel innerhalb von Minuten absterben. Es wird zwischen zwei Arten unterschieden: dem ischämischen und dem hämorrhagischen Schlaganfall. Ersterer geht auf eine Minderdurchblutung des Gehirns zurück, letzterer auf eine Hirnblutung.

Drei Faktoren spielen eine Rolle

Das Team rund um den Neurologen Florian Rakers hat Wetterdaten mit den Krankenakten der Betroffenen verglichen. Dabei zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen drei wichtigen Einflussfaktoren.

"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass schnelle Abfälle der Umgebungstemperatur sowie schnelle Änderungen der relativen Luftfeuchtigkeit und des Luftdrucks das Schlaganfallrisiko in gemäßigten Klimazonen erhöhen", heißt es in der Studie. Besonders nach einem Temperatursturz bleibt das Risiko zwei Tage lang erhöht. Wer Vorerkrankungen wie Diabetes oder verkalkte Arterien (Arteriosklerose) hat, ist besonders gefährdet.

Wie stark steigt das Risiko wirklich?

Fällt die Temperatur um etwa drei Grad, steigt das Schlaganfallrisiko um elf Prozent. "Bei Risikopatienten kann sich die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls bei Wetterwechsel teilweise vervierfachen", erklärte Rakers damals.

Was passiert im Körper bei Kälte?

Wenn es draußen kalt wird, ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Das schützt den Körper vor dem Auskühlen. Bilden sich Blutgerinnsel im Herzen und werden ins Gehirn gespült, können die verengten Gefäße leichter verstopft werden – und das führt im schlimmsten Fall zu einem Schlaganfall.

So erkennst du einen Schlaganfall

Die Forscher empfehlen vor allem gefährdeten Personen, die Warnzeichen zu kennen: einseitiges Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen, Probleme beim Sprechen oder Verstehen, Schwindel oder plötzlich auftretende Kopfschmerzen. "Leiden sie nach starken Temperaturstürzen unter derartigen Symptomen, können sie einen Schlaganfall frühzeitig erkennen und bei Bedarf sofort einen Notarzt verständigen", erklärt Co-Autor Matthias Schwab.

Ob du selbst gefährdet bist, kannst du mit einem einfachen Test herausfinden. Der BE-FAST-Test hilft dir, mögliche Symptome richtig zu deuten.

Die Buchstaben stehen für:

  • Balance (Gleichgewicht): Liegt eine akute Gleichgewichtsstörung vor?
  • Eyes (Augen): Sind Doppelbilder oder andere Sehstörungen vorhanden?
  • Face (Gesicht): Patient auffordern, zu lächeln oder die Stirn zu runzeln.
  • Arms (Arme): Patient soll beide Arme ausstrecken und dann die Handflächen umdrehen.
  • Speech (Sprache): Patient soll einen einfachen Satz nachsprechen.
  • Time (Zeit): Patient oder Angehörige fragen, wie lange die Symptome schon bestehen.

Laut einer Studie aus den USA erhöht übrigens auch die Zeitumstellung das Risiko für Schlaganfälle.

{title && {title} } red, {title && {title} } 20.03.2026, 15:11
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