FSME-Schutz fehlt

Zecken-Gefahr: Viele Wiener sind nicht geschützt

Frühstart der Zecken-Saison: Bereits im März und April gibt es erste FSME-Fälle. Viele sind zwar geimpft, aber nicht ausreichend geschützt.
Heute Life
20.03.2026, 10:46
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Mit den wärmeren Tagen kommen auch die Zecken wieder in Schwung – und damit steigt das Risiko, an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu erkranken. In den letzten Jahren hat sich der Start der FSME-Saison immer weiter nach vorn verschoben, mittlerweile gibt es schon im März und April die ersten Fälle. Obwohl in Österreich rund 85 Prozent grundsätzlich geimpft sind, ist nur etwa die Hälfte davon wirklich nach dem empfohlenen Schema geschützt.

"FSME ist eine durch Zecken übertragene Virusinfektion, die zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute führen kann", erklärt Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin der Wiener Ärztekammer. "Die Impfung ist die effektivste Schutzmaßnahme gegen diese potenziell schwere Erkrankung, da es keine ursächliche Therapie gibt."

Die Erkrankung beginnt oft mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In schweren Fällen kann es zu neurologischen Komplikationen kommen. Für einen vollständigen Schutz brauchst du eine Grundimmunisierung mit drei Impfungen. Damit der Schutz lange anhält, sind regelmäßige Auffrischungen wichtig.

Die erste Auffrischung erfolgt drei Jahre nach der Grundimmunisierung, dann:
● unter 60 Jahren: alle fünf Jahre
● ab 60 Jahren: alle drei Jahre

In Österreich ist kein einziges Bundesland von FSME verschont. Zwar werden viele Infektionen außerhalb der Städte registriert, aber ein Zeckenstich kann dich genauso gut im Park, auf der grünen Wiese oder sogar im eigenen Garten erwischen.

"Die neu im Impfplan empfohlene Maßnahme lautet: Bei einem Zeckenstich sollte eine FSME-Impfung so rasch wie möglich erfolgen", sagt Kamaleyan-Schmied. Das gilt für alle, die noch nie geimpft wurden, aber auch für jene, bei denen die Auffrischung schon fällig oder sogar überfällig ist. Kommt es nach der ersten Impfdosis zu einem Zeckenstich, sollte auf das Schnellimmunisierungs-Schema umgestellt werden. Die beste Beratung bekommst du direkt bei deiner Ärztin oder deinem Arzt. "Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um den eigenen Impfstatus zu prüfen und gegebenenfalls eine Auffrischung nachzuholen," betont Kamaleyan-Schmied.

Plädoyer für kostenlose FSME-Impfung

Während einige Impfungen wie etwa gegen Masern-Mumps-Röteln, Corona oder Grippe schon gratis angeboten werden, zählt die FSME-Impfung aktuell noch nicht dazu. "Impfen zählt zu den wirksamsten Maßnahmen der Prävention. Aber viele können sich das nicht leisten und sind deshalb einem großen, vermeidbaren Risiko, schwer zu erkranken, ausgesetzt," sagt Kamaleyan-Schmied. Sie fordert, die FSME-Impfung ins kostenlose Impfprogramm aufzunehmen und die Impfberatung als Kassenleistung zu verankern. Derzeit müssen Patientinnen und Patienten diese Leistung aus eigener Tasche bezahlen.

Notwendige Maßnahmen:

  • One-Stop-Konzept: Impfstoffe und Medikamente sollen direkt in der Ordination ausgegeben werden, damit du dir unnötige Wege ersparst.
  • Impfberatung als Teil der jährlichen Vorsorgeuntersuchung: Im Rahmen der Vorsorge sollen Impfberatung und Impfstatus-Check als Kassenleistung angeboten werden. So wird das Bewusstsein für Impfungen gestärkt und du bekommst eine individuelle Beratung.

Die Wiener Ärztekammer setzt sich außerdem für ein sogenanntes One-Stop-Konzept ein. "Es ist schon lange Wunsch der Bevölkerung, dass nicht nur Impfstoffe, sondern auch Medikamente direkt in den Ordinationen abgegeben werden sollen. Dies wäre schnell umzusetzen und würde die Durchimpfungsrate deutlich erhöhen. Zudem würde dies den Patientinnen und Patienten vor allem im Krankheitsfall unnötige Wege ersparen," sagt Kamaleyan-Schmied.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 20.03.2026, 10:53, 20.03.2026, 10:46
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