Glück gehört zu den zentralen Themen des menschlichen Lebens – und doch ist es schwer zu fassen. Für die einen liegt es in großen Erfolgen, für andere in den kleinen Momenten des Alltags. Ist Glück ein flüchtiges Gefühl, ein dauerhafter Zustand oder vielleicht sogar eine bewusste Entscheidung?
Der Wiener Psychologe und Glücksforscher Michael Mitterwallner definiert Glück gegenüber "Heute" so: "Glück wird oftmals als eine Emotion, ein Gefühl betrachtet. Diese dauert circa 20 Minuten an." Allerdings kann man Glück auf verschiedene Arten beschreiben: In der Forschung wird oft das Ausmaß positiver und negativer Gefühle betrachtet, verbunden mit der Bewertung des eigenen Lebens. Gesamt kommt man dann auf subjektives Wohlbefinden.
Auch wenn Glück eine kurze Emotion ist, ist es doch ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Daher wird am 20. März der Weltglückstag gefeiert. Auch wenn es heute vorrangig darum geht, dass man am Tag des Glücks positive Gedanken teilt, begann der Brauch eigentlich ganz anders. Das Land Bhutan hatte bereits im Jahr 1976 Glück als Messinstrument für Wohlstand festgelegt. 2011 wurde Glück dann auch zum Wirtschaftsparadigma der UNO.
Beim Thema "Geld" spalten sich bekanntlich die Meinungen – für einige macht aber Geld tatsächlich glücklich: "Es ist schon so, dass Personen, die ein höheres Einkommen haben, zufriedener sind", so der Wiener Experte. Das liegt unter anderem daran, dass Personen mit steigendem Einkommen ihr Leben positiver bewerten.
Außerdem kann man sich mit Geld Aktivitäten leisten oder sich selbst belohnen. Einer der wichtigsten Faktoren ist aber, "dass Armut etwas ist, was sehr perfide ist und sehr unglücklich macht, auch langfristig. Und je höher das Einkommen ist, desto eher fällt diese Belastung von Armut, beziehungsweise von finanziellen Problemen, weg", so der Wiener Psychologe.
Der Konsum sozialer Medien steht oft im Diskurs, auch beim Thema Glück spielt dieser eine maßgebliche Rolle: "Ein Drittel junger Mädchen haben oder entwickeln, aufgrund von Social Media, unter anderem Körperschema-Störungen - und das oft, weil ein Abbild von einem Leben vorgelebt wird, welches unerreichbar ist", so Mitterwallner.
Wer glücklich leben möchte, sollte einige Dinge beachten, denn es gibt durchaus Hinweise darauf, dass man Glück auf eine Art und Weise erlernen kann: Zwischenmenschliche Beziehungen sind besonders wichtig für das Wohlbefinden.
Auch Sport kann ein ausschlaggebender Faktor sein: "Sport wirkt gleich gut wie Antidepressiva, vor allem wenn man 45 Minuten Sport oder Bewegung, am besten in der Natur macht", so der Glücksforscher im "Heute"-Interview.
Das Wichtigste ist, dass Glück sehr individuell ist und man das eigene nicht an dem anderer messen sollte.