Aktuelle Studie

Armut im Alter: Angst treibt Österreicher an die Börse

Laut Studie besitzt mittlerweile jeder dritte Österreicher Wertpapiere. Einer der Top-Treiber ist das fehlende Vertrauen ins staatliche Rentensystem.
Team Wirtschaft
12.03.2026, 12:33
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Aktien, Fonds oder ETFs: Was früher für viele wie ein kompliziertes Finanzthema wirkte, kommt immer stärker im Alltag an. Das zeigt das aktuelle Aktienbarometer 2026. Laut der Studie im Auftrag von Aktienforum, Industriellenvereinigung (IV) und Wiener Börse besitzen bereits 31 Prozent der Menschen in Österreich Wertpapiere. Im Vergleich: 2022 waren es 25 Prozent.

Schon 2,4 Millionen Menschen investieren in Wertpapiere

In absoluten Zahlen sind das rund 2,4 Millionen Menschen ab 16 Jahren, wie die von Peter Hajek durchgeführte Erhebung zeigt. Am beliebtesten sind demnach Fonds und ETFs. 24 Prozent der Bevölkerung investieren in diese Produkte. Direkt in Aktien sind es 18 Prozent. Anleihen spielen mit elf Prozent eine kleinere Rolle, zeigen aber ebenfalls einen Anstieg.

58 Prozent haben kein Vertrauen in staatliche Pension

Der wichtigste Grund für den Schritt an die Börse ist für viele die private Vorsorge. Laut Studie nennen 81 Prozent Vermögensaufbau als Hauptmotiv, 62 Prozent wollen damit für die Pension vorsorgen. Grund dafür ist laut IV-Generalsekretär Christoph Neumayer "auch das gesunkene Vertrauen in die staatliche Pension". Mehr als die Hälfte (konkret 58 Prozent) der Menschen sei unsicher, ob diese langfristig ausreichend sein werde.

Einkommen immer seltener ein Thema

Auffällig ist auch: Wertpapiere sind längst kein Thema ausschließlich für Gutverdiener mehr. 1,3 Millionen Anleger verdienen, so Angelika Sommer-Hemetsberger, Präsidentin des Aktienforums, weniger als 3.000 Euro netto im Monat. Männer (38 Prozent) besitzen zudem häufiger Wertpapiere als Frauen (24 Prozent).

Je gebildeter, desto offener für Börsenaktivitäten

Überdurchschnittlich offen für entsprechende Börsenaktivitäten sind zudem Uni- und Fachhochschul-Absolventen (52 Prozent) und Maturanten (41 Prozent). Menschen mit Fachschul- bzw. Pflichtschul-Abschluss kommen hingegen nur auf 26 Prozent bzw. 17 Prozent.

Wissen über Aktien und Co. überschaubar

Trotz des Trends bleibt die Börse für viele ein spanisches Dorf. Gerade einmal fünf Prozent schätzen ihr Wissen in Sachen Wertpapiere als "sehr gut", 17 Prozent immerhin als "eher gut" ein. 32 Prozent sehen sich im Mittelfeld, während 43 Prozent ihren Wissensstand als "eher gering" bzw. "sehr gering" einschätzen. Laut Peter Hajek stelle damit fehlendes Finanzwissen weiterhin eine große Hürde für eine stärkere Beteiligung am Kapitalmarkt dar.

1,4 Millionen liebäugeln mit Wertpapier-Käufen

Dabei gäbe es noch viel Luft nach oben. Weitere 19 Prozent in Österreich können sich grundsätzlich vorstellen, künftig zu investieren. Das wären 1,4 Millionen zusätzliche Anleger.

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