Aufregung in der Steiermark

Frauenfeindlich? Eisstockschützen-Brauch polarisiert

Derzeit sorgt ein Brauchtum von steirischen Eisstockschützen für Aufregung im Netz. Der Verein verbrennt eine Frauenpuppe am Galgen.
Newsdesk Heute
03.03.2026, 15:23
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Für heftige Diskussionen auf Social Media sorgt aktuell der Brauch einer Murauer Eisstockschützengruppe. Seitens des Vereins kann man dies nicht nachvollziehen. Grazer Frauenrechtlerinnen zeigen sich empört.

Zum Hintergrund: Traditionell wird bei dem Eisstockschützenverein zum Saisonende die sogenannte "Eisbahnnudel" verbrannt. Bei dieser handelt es sich um eine Frauenpuppe, die an einem Galgen befestigt ist. Das Brauchtum wurde in einem mittlerweile gelöschten Facebook-Posting festgehalten.

Nichts mit Geschlecht zu tun

Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, wurde der Beitrag von dem ÖVP-Stadtparteiobmann Adolf Bogensberger gepostet. Darunter hielten sich User mit ihrer Kritik nicht zurück. Der Brauch würde Gewalt an Frauen verharmlosen. Gerade in einer Zeit, wo Femizide an der Tagesordnung stehen, sei dies "problematisch".

Diese Kritik kann der Verein nicht verstehen. Gegenüber der Zeitung wies der Präsident der Truppe darauf hin, dass es den Brauch bereits seit mehr als 135 Jahren gibt. Dabei gehe es nicht um eine frauenfeindliche Haltung. Die "Eisbahnnudel" werde verbrannt, da man so die Dunkelheit und den Winter vertreibe.

Die Tradition würde demnach aus Bayern stammen, der steirische Verein habe sie übernommen und wolle auch künftig daran festhalten. Man könne nächstes Jahr auch eine männliche Puppe verbrennen, es gehe hier nicht ums Geschlecht, so der Vereinspräsident. Auch Bogensberger verteidigte den Brauch. Er betonte, dass es in dem Verein auch Frauen gebe, denen es nichts ausmache.

Frauenverein ortet Hexenverfolgung

Der Grazer Frauenrat hingegen sieht die Situation weniger locker. Sie wandten sich gar in einem offenen Brief an den Verein. Dort war von einer "irritierenden und gewaltverharmlosenden Inszenierung" die Rede. Der feministische Verein fühlt sich an die düstere Zeit von Hexenverfolgungen erinnert, Tradition dürfe keine Rechtfertigung dafür sein.

Bräuche und Traditionen seien "nicht in Stein gemeißelt" und dürften sich auch verändern, sollten sie nicht mehr den Werten der heutigen Zeit entsprechen, in der Frauen als gleichberechtigt gelten, steht in dem offenen Brief.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 03.03.2026, 15:35, 03.03.2026, 15:23
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