Trotz Budgetdruck

Regierung schnürt Milliarden-Paket für Forschung

Die Bundesregierung investiert rund 5,5 Milliarden Euro in die Forschung. Trotz angespannter Budgetlage soll der Pakt Jobs und Wachstum sichern.
Newsdesk Heute
24.02.2026, 12:08
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Milliarden-Offensive für Forschung und Industrie: Die Bundesregierung stellt mit dem neuen FTI-Pakt die Weichen für die Jahre 2027 bis 2029. Trotz angespannter Budgetlage sollen rund 5,5 Milliarden Euro in Forschung, Technologie und Innovation fließen – mehr als in den alten Pakt investiert wurde.

Ziel ist es, Stabilität und Planbarkeit für Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu schaffen – und damit die Grundlage für einen wirtschaftlichen Aufschwung in Österreich zu legen. Von der Gesamtsumme sind rund 2,6 Milliarden Euro für Schlüsseltechnologien vorgesehen.

Neue Arbeitsplätze und industrielle Stärke

Hinter den Milliardenbeträgen stehen laut Regierung nicht nur Budgets, sondern auch Arbeitsplätze, industrielle Stärke und neue Ideen. Innovation und Industrie gelten als zentrale Treiber für Wachstum und Wohlstand im Land.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf einer starken, themenoffenen Grundlagenforschung. Wissenschaftliche Durchbrüche seien nicht planbar, viele heutige Technologien – von moderner Navigation bis zu Fortschritten in der Krebs- und Klimaforschung – hätten ihren Ursprung in langfristiger Forschung.

"Zukunft mitgestalten"

"Österreich darf nicht Passagierin der Zukunft werden, sondern muss diese aktiv mitgestalten", so Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ).

In neun Exzellenzclustern arbeiten Universitäten und außeruniversitäre Einrichtungen österreichweit zusammen. Fünf davon beschäftigen sich mit jenen Schlüsseltechnologien, die auch in der Industriestrategie als besonders zukunftsrelevant definiert sind.

Forschung und Industrie enger verbinden

Der FTI-Pakt soll Forschung und Industrie enger verzahnen. Investitionen in Schlüsseltechnologien werden gebündelt, Förderinstrumente stärker auf raschen Technologietransfer, Skalierung und konkrete Standortwirkung ausgerichtet. Herzstück ist eine Schlüsseltechnologie-Offensive entlang des gesamten Innovationszyklus – von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung im Unternehmen.

Geplant sind unter anderem eine stärkere Fokussierung auf wettbewerbsrelevante Technologiefelder, schnellere Verwertung von Forschungsergebnissen, die Begleitung von Projekten von der Idee bis zur Serienproduktion sowie der Aufbau von Forschungsökosystemen rund um Leitbetriebe. Gleichzeitig sollen Förderprozesse entbürokratisiert, digitalisiert und als One-Stop-Shop organisiert werden. Künftig soll zudem stärker gemessen werden, welchen Beitrag Projekte zu Standort, Beschäftigung und industrieller Umsetzung leisten.

Elf zentrale Einrichtungen

Umgesetzt wird der Pakt über die im Forschungsfinanzierungsgesetz definierten elf zentralen Einrichtungen des Bundes. Dazu zählen unter anderem AIT, AWS, CDG, ISTA, FFG, FWF, LBG, ÖAW, OeAD, Silicon Austria Labs und GeoSphere Austria. Wie die Mittel aufgeteilt werden, wird derzeit noch verhandelt.

Holzleitner: "Forschung ist kein Luxus"

Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) erklärt: "Forschung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für Fortschritt. Der FTI-Pakt ist kein Zahlenpakt, sondern ein echter Zukunftspakt: Er gibt unserem Standort Stabilität und Forschung, Technologie, Innovation: Ein starker Pakt für die Zukunft eröffnet eine klare Wachstumsperspektive. So legen wir den Grundstein dafür, dass Innovation, Arbeitsplätze und gesellschaftlicher Nutzen in Österreich entstehen."

Hattmannsdorfer: "Zentraler Baustein für Industriestrategie"

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) sieht im Paket einen zentralen Baustein der Industriestrategie 2035: "Mit dem FTI-Pakt setzen wir die Industriestrategie 2035 konsequent um: Wir richten Förderagenturen neu aus, bündeln Investitionen in Schlüsseltechnologien und beschleunigen den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in markttaugliche Produkte. Unser Ziel ist klar — Österreich soll Wissen hervorbringen und zeitgleich Wertschöpfung, Produktion und Arbeitsplätze im eigenen Land sichern. Innovation und Industrie schaffen Arbeitsplätze, sichern Wachstum und bilden die Grundlage für Wohlstand."

Und weiter: "Hierfür ist auch ein effizienter Mitteleinsatz notwendig. Österreich investiert im europäischen Vergleich sehr viel in Forschung und liegt bei den Ausgaben auf Platz 3. Bei den Innovationsergebnissen erreichen wir jedoch nur Platz 8. Das zeigt: Wir müssen vorhandene Mittel noch wirksamer einsetzen. Deshalb haben wir den FORWIT-Rat mit einer Effizienzanalyse beauftragt."

Meinl-Reisinger: "Gießkannen-Politik beenden"

Auch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) unterstreicht die Bedeutung des Pakts: "Forschung, Technologie und Innovation sind das Fundament unseres Wohlstands und unserer Wettbewerbsfähigkeit, gerade in Zeiten geopolitischer Umbrüche. Mit dem FTI-Pakt stellen wir wichtige Weichen für die Zukunft: Wir geben Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen die nötige Planungssicherheit, beenden die Gießkannen-Politik und setzen öffentliche Mittel gezielt für Schlüsseltechnologien ein. Gleichzeitig stärken wir heimische Hochschulen im globalen Wettbewerb und bauen europäische Kooperationen aus. So schaffen wir Vorsprung durch Forschung!"

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 24.02.2026, 13:56, 24.02.2026, 12:08
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