Zahlen aus Österreich schocken

Genitalverstümmelung – so viele Mädchen sind gefährdet

Ministerin Eva-Maria Holzleitner macht auf das Problem der weiblichen Genitalverstümmelung aufmerksam. In Österreich seien viele Mädchen bedroht.
Michael Rauhofer-Redl
06.02.2026, 08:51
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Anlässlich des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C; Female Genital Mutilation/ Cutting) am 6. Februar bekräftigen Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (beide SPÖ) verstärkte Maßnahmen gegen diese Form geschlechtsbezogener Gewalt.

FGM/C – die teilweise oder vollständige Entfernung bzw. Verletzung äußerer weiblicher Genitalien ohne medizinische Notwendigkeit – gilt als schwere Menschenrechtsverletzung mit gravierenden körperlichen und psychischen Langzeitfolgen.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133

Fast jede Fünfte ist gefährdet

Auch in Österreich leben betroffene und bedrohte Mädchen und Frauen. Schätzungen zufolge sind 12 bis 18 Prozent jener Mädchen gefährdet, die aus Ländern stammen, in denen FGM/C praktiziert wird. Rechtlich ist die Praxis in Österreich als Körperverletzung strafbar und kann mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden – auch dann, wenn die Tat im Ausland veranlasst wird.

Mit dem Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen und Mädchen wurden gezielte Maßnahmen gegen FGM/C verankert.

Das sieht der Aktionsplan vor

  • Sensible Screenings bei Schwangeren im Sinne des Opferschutzes sowie verbesserte Dokumentation im Eltern-Kind-Pass sowie Untersuchungen des Kindes auf FGM/C
  • Verstärkte Präventions- und Aufklärungsarbeit, unter anderem durch einen Schutzbrief nach internationalem Vorbild
  • Ausbau und Stärkung der FGM/C-Koordinationsstelle sowie erweiterte Beratungsangebote

Politik will "konsequente Schritte" gehen

Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner spricht von einer "entsetzlichen Form der Gewalt gegen Frauen". Die Bundesregierung verfolge das Ziel, Selbstbestimmung zu stärken, Betroffene zu schützen und zu verhindern, dass Mädchen und Frauen dieser Gewalt ausgesetzt werden. Mit dem Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen setze man "konsequente Schritte, um Prävention, Opferschutz und Unterstützungsstrukturen weiter zu stärken", so die Politikerin.

Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig betont in einem Statement die gesundheitspolitische Dimension. "Weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und aus gesundheitspolitischer Sicht in keiner Form zu rechtfertigen"

Ansprechstation für Betroffene

Die NGO Plan International setzt sich seit Jahrzehnten weltweit für den Schutz von Kindern ein, Mädchen stehen dabei besonders im Fokus. Die Organisation verfolgt einen langfristigen, ganzheitlichen Ansatz: Prävention, Aufklärung, Stärkung von Gemeinschaften sowie Schutz und Unterstützung für Betroffene greifen ineinander.

Um nachhaltige Veränderungen zu erzielen, integriert Plan International den Schutz vor FGM/C in umfassende Programme zu Gesundheit, Bildung, Familienplanung und Frauenförderung. Zentrale Elemente sind Aufklärung von Familien und Entscheidunsträger, Schulungen zu Menschenrechten sowie Weiterbildungen für Fachpersonal. Ziel ist es, betroffene Gemeinden nachhaltig zur Abkehr von dieser schädlichen Tradition zu bewegen, um so die Mädchen wirksam zu schützen.

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