Die Debatte um eine mögliche Volksbefragung zur Wehrdienstverlängerung bleibt hoch emotional. Eine aktuelle "Heute"-Umfrage zeigt – wie berichtet –, wie gespalten Österreich ist: 48 Prozent sprechen sich für eine Befragung aus, 43 Prozent lehnen sie ab.
Auffällig ist der Blick auf die Wählerschichten. Während SPÖ-Anhänger mit 56 Prozent mehrheitlich gegen eine Volksbefragung sind, ist das Lager bei ÖVP- und Neos-Wählern praktisch halbiert. Am deutlichsten fällt das Ergebnis bei den Grünen aus: 58 Prozent ihrer Wähler befürworten eine Volksbefragung, nur 29 Prozent sind dagegen, 13 Prozent noch unentschlossen.
Patt herrscht hingegen bei der FPÖ: 46 Prozent der Freiheitlichen sind dafür, ebenso viele dagegen. Unterschiede zeigen sich zudem bei Geschlecht und Alter: Frauen wollen mit 53 Prozent häufiger abstimmen als Männer, von denen jeder Zweite eine Befragung ablehnt.
Besonders groß ist der Wunsch nach Mitsprache bei den unter 30-Jährigen, von denen sich 65 Prozent klar für eine Volksbefragung aussprechen. Die Generation 60+ bevorzugt hingegen mehrheitlich die direkte Umsetzung der Empfehlungen der Expertenkommission.
Trotz der starken Zustimmung im grünen Wählerlager geht Klubvize Sigrid Maurer mit der Regierung hart ins Gericht. Vize-Klubchefin Sigi Maurer sagt zu "Heute": "Es ist gut, wenn man die Menschen fragt. Irritierend ist aber das politische Chaos, das die Regierung wieder verursacht: Es wird wieder zuerst angekündigt und dann erst nachgedacht, das schafft vor allem Verunsicherung. Bevor man die Bevölkerung befragt, sollte die Regierung selbst wissen, was sie eigentlich will."