Das österreichische Bundesheer steht vor einem enormen Problem: Es gibt zu wenige Soldaten. Das soll sich in Zukunft nun ändern, am Dienstag legte die Bundesregierung den Bericht der Bundesheerkommission, in dem eine mögliche Neuaufstellung des Grundwehrdienstes in Österreich vorgestellt wird, vor.
Das von den Experten präferierte Modell "Österreich PLUS" sieht dabei eine Ausweitung des Grundwehrdienstes auf acht Monate sowie jährlich stattfindende Milizübungen vor. Zugleich soll der Zivildienst auf zwölf Monate verlängert werden.
Die Österreicher stehen jedenfalls hinter dem Modell, wie eine aktuelle Umfrage von Peter Hajek im Auftrag von ATV nun zeigt. Auf die Frage "Soll der Wehrdienst und im gleichen Ausmaß der Zivildienst verlängert werden?" antworteten 51 Prozent mit einem "Ja".
Dabei sprachen sich 35 Prozent für eine Verlängerung um zwei Monate und 16 Prozent für eine Ausweitung um vier Monate aus. Etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) sind gegen eine Verlängerung, 14 Prozent wissen es nicht oder machten keine Angabe.
Bei SPÖ- (39 Prozent), FPÖ- (38 Prozent) und Grün-Wähler (35 Prozent) fällt die Ablehnung einer Verlängerung deutlicher aus als bei Neos- (23 Prozent) und ÖVP-Wähler (19 Prozent). Ihnen gegenüber stehen 72 Prozent der ÖVP-, 68 Prozent der Neos-, 52 Prozent der Grün-, 51 Prozent der FPÖ- und 54 Prozent der SPÖ-Wählerschaft, die sich für eine Verlängerung des Dienstes um zwei bzw. vier Monate aussprechen.
Um einiges spannender sind bei dieser Frage aber die demografischen Unterschiede. Denn obwohl vom Dienst nur Männer betroffen sind, sprechen sich mehr Frauen (38 Prozent) gegen eine Verlängerung aus, als Männer (32 Prozent). 44 Prozent der Frauen und 59 Prozent der Männer können sich eine Verlängerung um zwei bzw. vier Monate vorstellen.
Außerdem zeigt sich: Desto länger der Wehr- oder Zivildienst in der Vergangenheit liegt, desto weniger sehen die Befragten ein Problem mit einer Verlängerung. Bei den unter 30-Jährigen sind noch 47 Prozent gegen eine Ausweitung und 39 Prozent für eine zwei- bzw. viermonatige Verlängerung. In der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen sind 36 Prozent gegen eine Verlängerung und 52 Prozent für eine Verlängerung um zwei oder vier Monate. Ab 60 Jahren sind 28 Prozent gegen eine Verlängerung und 56 Prozent für eine längere Wehr- und Zivildienst-Zeit.
"Jahrzehntelang hat die Politik mit einer Verkürzung des Wehrdienstes um junge Wähler geworben. Begonnen hat damit Bruno Kreisky. Die Zeiten haben sich aber geändert. Zwar ist eine Mehrheit bei den unter 30-Jährigen gegen eine Verlängerung, aber fast jeder und jede Vierte wäre dafür zu gewinnen", kommentiert Politexperte und Meinungsforscher Peter Hajek das Ergebnis.