Kommissionsbericht

Längerer Wehrdienst – das ändert sich in Österreich

Die Bundesheerkommission schlägt in ihrem Bericht die Ausweitung des bestehenden Grundwehrdienstes vor. Diese Modelle liegen nun am Tisch.
Michael Rauhofer-Redl
20.01.2026, 10:00
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Mit Spannung wurde die Präsentation des Berichts der Wehrdienstkommission erwartet, den Verteidigungsministerin Klaudia Tanner vergangenen Sommer in Auftrag gegeben hatte. Am Dienstag, am Tag der Wehrpflicht, war es so weit. Klar ist: Die Kommission spricht sich für die Verlängerung des Grundwehrdienstes aus – nun ist die Politik am Zug.

Längerer Grundwehrdienst gefordert

"Die Wehrdienstkommission empfiehlt die Gesamtdauer aus Grundwehrdienst und Milizübungen in Summe zu erhöhen. Die Wehrdienstkommission empfiehlt die Wiedereinführung der Übungspflicht, um den geänderten militärischen Anforderungen gerecht zu werden", heißt es in dem Bericht. Konkret listet die Kommission drei Modelle auf, wie eine solche Ausweitung des Grundwehrdienstes aussehen könnte.

1
"Österreich PLUS"
Das "Österreich PLUS" sieht die Verlängerung des Grundwehrdienstes auf acht Monate sowie die Abhaltung verpflichtender Milizübungen vor. Diese sollen periodisch stattfinden. Der Kommission schwebt ein Modell vor, wo Soldaten etwa fünf Mal zwölf Tage zusammenkommen. Bei diesem Modell solle der Zivildienst auf zwölf Monate ausgeweitet werden.
2
"Schweizer Modell"
Das Schweizer Modell sieht einerseits eine drastische Verkürzung des Grundwehrdienstes auf vier Monate vor. Gleichzeitig sieht dieses Modell Milizübungen im Umfang von 140 Tagen vor. Auch in diesem Fall solle der Zivildienst "mindestens zwölf Monate" dauern.
3
"Stufenmodell"
Das "Stufenmodell" sieht einen Grundwehrdienst von sechs Monaten, eine Truppenausbildung im Umfang von 60 Tagen (die 18 Monate nach dem Grundwehrdienst zu absolvieren sind) sowie verpflichtende Milizübungen im Umfang von 40 Tagen vor. Auch hier solle der Zivildienst mindestens ein Jahr lang dauern.

Vor- und Nachteile der Modelle

In ihrem Bericht geht die Kommission auf Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle ein. Das Modell "Österreich PLUS" sei bisherigen Ausgestaltungen des österreichischen Wehrsystems ähnlich. Die Nachteile des Modells "Österreich PLUS" lägen in den finanziellen Mehraufwänden und den Auswirkungen auf die Wehr- und Zivildienstpflichtigen durch eine längere Inanspruchnahme.

Das Schweizer Modell wiederum bedeute eine "wesentliche organisatorische Abweichung vom aktuell bestehenden Wehrdienstmodell", heißt es im Kommissionsbericht. "Die Vorteile liegen in der verhältnismäßig kurzen Dauer des Grundwehrdienstes". Dem gegenüber stünden aber mehrere Nachteile. "Durch die Verlagerung wesentlicher Ausbildungsabschnitte in die Milizübungen wird der Zeitpunkt der Einsatzbereitschaft verzögert", außerdem erfordere dieses Modell einen "erhöhten organisatorischen Aufwand. Die Kommission spricht sich daher gegen dieses Modell aus.

Auch das Stufenmodell ähnle dem aktuellen Wehrsystem und sei "rasch" umsetzbar. Die Nachteile des "Stufenmodells" liegen im finanziellen Mehraufwand und den Auswirkungen auf die Wehr- und Zivildienstpflichtigen durch die geänderte zeitliche Inanspruchnahme. Zudem hemme der zweimonatige Ausbildungsblock nach dem Grundwehrdienst die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt, so die Kommission.

Im Bericht der Kommission werden zudem auch Überlegungen angestellt, eine Stellungs- und in weiterer Folge eine Wehrpflicht für Frauen einzuführen.

{title && {title} } mrr, {title && {title} } Akt. 20.01.2026, 12:27, 20.01.2026, 10:00
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