Mit Spannung wurde die Präsentation des Berichts der Wehrdienstkommission erwartet, den Verteidigungsministerin Klaudia Tanner vergangenen Sommer in Auftrag gegeben hatte. Am Dienstag, am Tag der Wehrpflicht, war es so weit. Klar ist: Die Kommission spricht sich für die Verlängerung des Grundwehrdienstes aus – nun ist die Politik am Zug.
"Die Wehrdienstkommission empfiehlt die Gesamtdauer aus Grundwehrdienst und Milizübungen in Summe zu erhöhen. Die Wehrdienstkommission empfiehlt die Wiedereinführung der Übungspflicht, um den geänderten militärischen Anforderungen gerecht zu werden", heißt es in dem Bericht. Konkret listet die Kommission drei Modelle auf, wie eine solche Ausweitung des Grundwehrdienstes aussehen könnte.
In ihrem Bericht geht die Kommission auf Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle ein. Das Modell "Österreich PLUS" sei bisherigen Ausgestaltungen des österreichischen Wehrsystems ähnlich. Die Nachteile des Modells "Österreich PLUS" lägen in den finanziellen Mehraufwänden und den Auswirkungen auf die Wehr- und Zivildienstpflichtigen durch eine längere Inanspruchnahme.
Das Schweizer Modell wiederum bedeute eine "wesentliche organisatorische Abweichung vom aktuell bestehenden Wehrdienstmodell", heißt es im Kommissionsbericht. "Die Vorteile liegen in der verhältnismäßig kurzen Dauer des Grundwehrdienstes". Dem gegenüber stünden aber mehrere Nachteile. "Durch die Verlagerung wesentlicher Ausbildungsabschnitte in die Milizübungen wird der Zeitpunkt der Einsatzbereitschaft verzögert", außerdem erfordere dieses Modell einen "erhöhten organisatorischen Aufwand. Die Kommission spricht sich daher gegen dieses Modell aus.
Auch das Stufenmodell ähnle dem aktuellen Wehrsystem und sei "rasch" umsetzbar. Die Nachteile des "Stufenmodells" liegen im finanziellen Mehraufwand und den Auswirkungen auf die Wehr- und Zivildienstpflichtigen durch die geänderte zeitliche Inanspruchnahme. Zudem hemme der zweimonatige Ausbildungsblock nach dem Grundwehrdienst die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt, so die Kommission.
Im Bericht der Kommission werden zudem auch Überlegungen angestellt, eine Stellungs- und in weiterer Folge eine Wehrpflicht für Frauen einzuführen.