Am Dienstag, passenderweise am Tag der Wehrpflicht, präsentiert eine vom Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) eingesetzte Kommission ihren Bericht. Dieser soll klären, ob Österreich angesichts einer veränderten Sicherheitslage einen längeren Wehrdienst braucht. Auch wenn sich die zuständigen Stellen offiziell noch bedeckt halten – präsentiert wird der Bericht am Vormittag – zeichnet sich doch eine Verlängerung des Grundwehrdienstes (aktuell sechs Monate) für junge Männer an.
Wie das Ö1-Morgenjournal am Dienstag berichtet, dürfte die Kommission der Bundesregierung zwei Modelle vorschlagen, die schon ab kommenden Jahr umgesetzt werden könnten. Der erste Vorschlag sieht wie bisher einen sechs Monate andauernden Grundwehrdienst vor. Hinzu kämen dann allerdings weitere 100 Tage, also etwas mehr als drei Monate, für Milizübungen.
Der zweite Vorschlag, dem Vernehmen nach jener, den die Kommission präferiert, sieht ein 8+2-Modell vor. Also acht Monate Grundwehrdienst und zwei zusätzliche Monate für Milizübungen. Diese würden aber über mehrere Jahre verteilt stattfinden. Parallel dazu wird auch eine Verlängerung des Zivildienstes gefordert. Brisant: In Kraft treten könnte eine solche Reform des Wehrdienstes schon kommendes Jahr.
Im Bericht der Kommission dürfte es zudem auch Überlegungen geben, eine Wehrpflicht für Frauen einzuführen. Laut Ö1 handle es sich dabei aber um ein Zukunftsszenario, das erst Mitte der 2030er Jahre schlagend werden könnte.