Die ZiB2-Interviews mit den Parteivorsitzenden zum Jahreswechsel haben bereits Tradition. Doch ein Parteichef fehlte heuer: FPÖ-Obmann Herbert Kickl. Statt ihm stellte sich Parteigeneralsekretär Christian Hafenecker den Fragen von Armin Wolf.
Der nahm’s offenbar persönlich: "Die FPÖ hat reichweitenstarke Parteimedien und verweigert unsere Einladungen nahezu immer. Herbert Kickl hat in den letzten Jahren mehr als 50 'ZiB2'-Anfragen abgelehnt", rechnete der ZiB2-Anchor auf seinem Blog vor. Und legte noch nach: "Ich bin fest davon überzeugt, dass sich demokratische Politiker dem kritischen öffentlichen Diskurs stellen sollen – und nicht nur den Dienstleistungsfragen ihrer Pressesprecher in Parteimedien und auf Instagram."
FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker wies die Kritik am Dienstag in einer Aussendung zurück: "Die Jammerei und Zahlenspielerei des ORF-Gagenkaisers Armin Wolf darüber, dass FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl ZiB2-Einladungen nicht nachgekommen sei, zeigt, wie weltfremd man am Küniglberg mittlerweile tickt. Im Gegensatz zu den Systempolitikern der Verlierer-Ampel und den Systemlautsprechern im ORF lebt Herbert Kickl nämlich nicht wie sie im Elfenbeinturm, sondern ist das ganze Jahr hindurch bei den Menschen und bekommt so einen guten Eindruck von ihren Sorgen und Ängsten."
Deshalb würden Kickl und der FPÖ auch immer mehr Österreicher. Den "Systemparteien und ihrer zwangssteuerfinanzierten Systempropagandaanstalt" würden sie dagegen "zu Recht" das Vertrauen entziehen, so Hafenecker weiter. Er greift Armin Wolf auch persönlich an: "Dass ein ORF-Mitarbeiter, der seinen Bekanntheitsgrad nur seiner zwangssteuerfinanzierten Position verdankt, überhaupt so einen 'privaten' Blog betreiben kann, ist jedenfalls für sich schon bemerkens- und hinterfragenswert."
Wolf und die Kollegen in der ORF-Chefetage würden ihre Rolle mittlerweile "völlig überschätzen", so der FPÖ-Generalsekretär. "Denn die Menschen haben einseitige, voreingenommene und oft linksgedrallte Berichterstattung längst satt und setzen vermehrt auf alternative, wirklich freie Medien, um sich zu informieren. So gesehen ist das aktuelle Lamento des Herrn Chefredakteur-Stellvertreters ohne Chefredakteur vielleicht der dämmernden Einsicht geschuldet, dass er und der ORF nicht mehr so wichtig sind, wie sie gerne wären."
Zuletzt erinnert Hafenecker daran, dass Kickl etwa jährlich an den ORF-Sommergesprächen teilnimmt. Und er erneuerte die freiheitliche Forderung nach einer Reform des ORF samt Abschaffung der "Zwangssteuer".