Lebensmittelpreise und Co.

"War eigentlich nix": Experte zerlegt Regierungs-Paket

Die Regierung hat am Mittwoch die Ergebnisse ihrer Klausur präsentiert. Die wirtschaftsliberale Agenda Austria kritisiert die Maßnahmen.
Heute Politik
14.01.2026, 17:07
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"Ich habe jetzt nicht mehr Hoffnung auf eine bessere Entwicklung der Wirtschaft als vor dieser Klausur." Enttäuscht von den Ergebnissen zeigt sich Jan Kluge, Ökonom bei der wirtschaftsliberalen Agenda Austria, im Gespräch mit "Heute".

Schlüsseltechnologien nicht notwendig

So hätte er sich etwa bei der groß angekündigten Industriestrategie "mehr Details erwartet". Die jetzt definierten neun Schlüsseltechnologien brauche es nicht, sie seien "bestenfalls wirkungslos". Außerdem stelle sich die Frage, warum mit dem "Schlüsseltechnologie-Beschleunigungsgesetz" Verfahren nur in diesen Branchen beschleunigt werden und nicht in allen.

Mit dem Industriestrompreis begebe sich Österreich zudem in einen Subventionswettlauf mit Deutschland und anderen Playern.

Zweifel an Gegenfinanzierung

An die von der Regierung angekündigte Gegenfinanzierung durch die Energiebetreiber glaubt Kluge ebenfalls nur bedingt. Normalerweise würde dieses Geld aus der ÖBAG-Dividende kommen. Doch diese sei durch Schritte wie den "Österreich-Tarif" beim Verbund gefährdet.

"Steuern runter"

Statt einer Industriestrategie sei vielmehr eine "Standortstrategie" notwendig. "Die öffentliche Hand muss das Budget in den Griff bekommen, die Steuern müssen runter", wiederholt der Ökonom eine immer wieder aufgestellte Forderung der Agenda Austria.

Weiter keine Senkung der Lohnnebenkosten

Besonders missfällt ihm, dass es sich bei der Senkung der Lohnnebenkosten weiterhin nur um eine Absichtserklärung. "Das findet sich schon so im Regierungsprogramm – immer unter dem Vorbehalt der Budgetsituation".

Ökonom: "Linke Tasche, rechte Tasche"

Bei der Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel wiederum sei die Gegenfinanzierung ebenfalls "völlig unklar". Dass im Gegenzug zu dieser Senkung gleichzeitig neue Abgaben eingeführt werden, sei "ein klassischer Fall von linke Tasche, rechte Tasche", so Kluge.

Mit der Abgabe für Pakete aus Drittstaaten treffe man zudem einkommensschwächere Haushalte. "Aber gerade die sollten ja von der Steuersenkung auf Lebensmittel profitieren."

"War nichts"

Das enttäuschte Fazit des Wirtschaftsexperten: "Das war eigentlich nichts."

{title && {title} } pol, {title && {title} } Akt. 14.01.2026, 17:21, 14.01.2026, 17:07
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