Marterbauer über Kern-Antritt

Minister überrascht: "Ich wäre mit Babler gegangen"

Finanzminister Markus Marterbauer überrascht mit einem Geständnis. Im Falle der Abwahl von Andreas Babler als SPÖ-Chef, wäre er zurückgetreten.
Michael Rauhofer-Redl
24.02.2026, 11:13
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Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) drückt beim Budget aufs Tempo. Er will noch bis zur parlamentarischen Sommerpause ein Doppelbudget für die Jahre 2027 und 2028 beschließen. Die Bundesregierung werde aber den Weg der Sanierung nicht verlassen, verspricht er. Teure Geldgeschenke schließt der Politiker aus. Die Ressorts müssten selbst einen Vorschlag zur vollständigen Finanzierung vorlegen, sagte er am Dienstag.

Bei einer Veranstaltung der "Kleinen Zeitung" sprach er nicht nur über das Budget, sondern auch über die jüngsten Unruhen innerhalb der SPÖ sowie seine bisherigen Erfahrungen in der Politik.

Rücktritt bei Babler-Abwahl

Das Interesse von Christian Kern, gegen Parteichef Andreas Babler in den Ring zu steigen, betrachtete Marterbauer skeptisch. "Ich hätte das für keine gute Idee befunden", sagt der Finanzminister in Richtung des Ex-Kanzlers. Was dann folgte, überrascht. Er sei ein loyaler Mensch, so Marterbauer. Wäre Babler gestürzt worden, wäre auch er aus der Regierung und Politik ausgeschieden.

Das Ende der politischen Karriere des Ökonomen steht ohnehin schon fest. Marterbauer steht der SPÖ und der Republik nämlich nur in dieser Legislaturperiode zur Verfügung. 2029 werde er in Pension gehen, das habe er seiner Frau versprochen.

Erinnerung an "skurrilen Abend"

Über seinen Wechsel in die Politik sagt Marterbauer, dass er die Sorge gehabt habe, zu wenig darüber zu wissen, wie die politischen Spiele funktionieren. "Aber so hintergründig ist das dann auch nicht". Im Allgemeinen sei er kein großer Freund von Klausuren, dort müsse nämlich immer "etwas Großes" präsentiert werden. Das bedeute viel Arbeit in den darauffolgenden Wochen. Er bemühe sich, dass es umgekehrt läuft – zuerst die Details ausverhandeln, dann damit in die Öffentlichkeit gehen.

In diesem Zusammenhang plaudert der Finanzminister aus dem Nähkästchen. Ein Abend, der ihm in Erinnerung geblieben ist, ist jener im Rahmen der Landeshauptleute-Konferenz. Dieses bezeichnet Marterbauer als "skurrilsten meiner Arbeitszeit". Dort werde "weniger verhandelt als gegessen und getrunken", so die lapidare Begründung.

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