Wahl-Hammer in Ungarn

"Ungebrochen" – Kickl äußert sich zu Orbán-Abwahl

Die ungarische Bevölkerung hat bei der Parlamentswahl Langzeit-Premier Viktor Orban abgewählt. Nun meldete sich FPÖ-Chef Herbert Kickl zu Wort.
André Wilding
13.04.2026, 12:47
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"Das ungarische Volk hat gesprochen und seine Entscheidung getroffen. Oberster Auftrag für jeden Demokraten ist es, das Machtwort des Souveräns zur Kenntnis zu nehmen. Genau das hat auch Wahlverlierer Viktor Orbán entgegen anders lautender Ankündigungen seiner Kritiker und Gegner im Vorfeld der Wahl getan. Trotz seiner Abwahl bleiben die historischen Verdienste in Sachen Grenzschutz, dem Bemühen um Frieden zwischen Russland und der Ukraine, dem Kampf gegen den EU-Zentralismus und dem LGBTIQ-Kult ungebrochen", kommentiert FPÖ-Chef Herbert Kickl das Ergebnis der Ungarn-Wahl.

Eine Demokratie lebe vom Wechsel der politischen Kraft- und Machtverhältnisse, von Regierung und Opposition. All jenen, die die sechszehnjährige Dauer der Regierung Orbans in Bausch und Bogen mit Machtmissbrauch gleichsetzen würden, sei laut Kickl in Erinnerung gerufen, wie lange es in Österreich bereits das System ÖVP in Regierungen auf Bundesebene gäbe, wie lange der rot-schwarze Proporz in Sachen Kammern und Sozialpartner in Österreich bereits existiere und wie lange die Machtfülle von ÖVP und SPÖ in einzelnen Bundesländern bereits anhalte, so der FPÖ-Klubobmann.

"Da müssen alle Alarmglocken läuten"

"Dieselben Systemparteien, die sich jetzt über die Ablöse Orbans freuen, liefern damit eigentlich auch das Argument für ihre eigene Abwahl. Ich bezweifle allerdings, dass sie selbst so weit denken, weil es ja in diesem Fall sie selber betrifft. Die Wähler tun das aber sehr wohl", teilt Kickl am Montag unmissverständlich mit.

Vielsagend sei jedenfalls der Jubel der EU-Zentralisten angesichts des Wahlergebnisses in Ungarn. Es sei laut Kickl jetzt zu befürchten, dass Irrsinns-Projekte Brüssels gegen den Willen und zum Nachteil der Bevölkerung leichter ausgerollt werden könnten als bisher. Die Vorgeschichte der Ungarnwahl habe auch spektakulär negativ bewiesen, wie sehr die EU durch Druckmaßnahmen und Eingreifen in innere Verhältnisse eines Landes bereit sei, die Machtverhältnisse zugunsten ihrer Interessen zu beeinflussen.

"Das ist nichts, was einen echten Demokraten, einen Verteidiger der staatlichen Selbstbestimmung und Neutralität und Freund der Österreichischen Verfassung, nach deren Artikel 1 das Recht vom Volk ausgeht, mit Freude erfüllen kann. Im Gegenteil, da müssen alle Alarmglocken läuten und der patriotische Schutzmechanismus aktiviert werden", so der FPÖ-Klubobmann weiter.

"Der Widerstand gegen die wuchernden Machtbestrebungen und Irrwege Brüssels sowie gegen das Abnickertum und die Steigbügelhalter-Mentalität in nationalen Regierungen ist daher wichtiger denn je. Auch dafür braucht es in Österreich einen Systemwechsel, um die Schutzinteressen der Bevölkerung Österreichs als eines Nettozahlers, der aufgrund dieser Tatsache in einer viel stärkeren Position ist, als es Ungarn war, hochzuhalten", so Kickl.

"Regimewechsel"

All jene, die sich also hierzulande den "Regimewechsel" in Ungarn bejubeln, mögen nach Aussage von Kickl nicht vergessen, dass sie selber es sind, die Österreich als Systemparteien ein Regime der Entfremdung vom Wählerwillen, der Abhängigkeit von Brüssel und der Huldigung eines zerstörerischen Zeitgeistes errichtet haben und betreiben. Auch ihr "Regime" werde zu Ende gehen und dann werde sich zeigen, wie demokratisch die Systemparteien mit einem Erfolg der FPÖ umgehen würden.

Die Ereignisse nach der letzten Nationalratswahl hätten gezeigt, dass diejenigen, die jetzt als große Demokraten über Ungarn jubeln, die demokratische Reife im Umgang mit dem Wählerwillen im eigenen Land bis zum heutigen Tag vermissen lassen hätten, so der FPÖ-Chef.

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