Wer aktuell im Grenzgebiet unterwegs ist, braucht Geduld: Günstigere Spritpreise in Österreich sorgen für einen regelrechten Ansturm auf Tankstellen in Salzburg.
Vor allem am Wochenende bilden sich teils lange Warteschlangen. Grund dafür sind massive Preisunterschiede zwischen Bayern und Salzburg. Beim Benzin sparen Autofahrer derzeit bis zu 40 oder sogar 50 Cent pro Liter, beim Diesel sind es immerhin noch 20 bis 30 Cent.

"Bei uns ist es doch zum Teil um 40, manchmal auch um 50 Cent pro Liter billiger. Und da zieht es natürlich viele Leute rüber, gerade im Grenzgebiet. Sie haben nicht weit zum Fahren, aber sie sparen sich viel Geld", erklärt Günther Frühwirth vom ARBÖ Salzburg im ORF. Die Situation kann er täglich von seinem Büro aus beobachten.
Die Gründe für die Preisunterschiede liegen unter anderem in der unterschiedlichen Besteuerung in Österreich und Deutschland sowie in verschiedenen Regelungen im Zuge des Iran-Kriegs.
In Österreich gilt seit Kurzem wieder eine neue Regelung bei den Spritpreisen: Diese dürfen einmal täglich zu Mittag erhöht werden. „Jeder Autofahrer kann kalkulieren, ob er noch am Vormittag tankt, wo er noch in den billigeren Bereich hineinfällt. Diese Regelung ist aber ganz neu, es zeigen sich also derweil noch keine Auswirkungen dadurch", so Frühwirth im ORF.
Während Privatkunden weiterhin über die Grenze fahren, ist der Tanktourismus bei Firmen zuletzt zurückgegangen. Laut Wirtschaftskammer liegt das an steuerlichen Änderungen in den Nachbarländern.
"Das sind steuerliche Aspekte. Wir haben in Österreich die CO2-Steuer-Bepreisung, wir haben eine relativ hohe Mineralölsteuerbepreisung. Das gibt es in anderen Ländern nicht, dort gibt es jetzt Spritpreisdeckel, Reduktionen – auch Deutschland hat angekündigt, 17 Cent nachlassen zu wollen von der Mineralölsteuer, das ist ein pragmatischer Ansatz und dazu braucht es keine Verordnungen zu einer Spritpreisbremse, wie wir sie in Österreich haben", sagt Peter Kaufmann von der Wirtschaftskammer Salzburg.
Die Spritpreisbremse ist in Österreich seit rund zwei Wochen in Kraft. In Deutschland könnte eine weitere Entlastung folgen: Die angekündigte Senkung der Energiesteuer um 17 Cent soll Ende April beschlossen werden und frühestens ab Mai greifen.