Die Lage an den Finanzmärkten hat sich deutlich verschärft. "Die Stimmung ist gekippt", sagt Nils Kottke vom Bankhaus Spängler. Während das Börsenjahr stark begonnen hatte, sorgt seit März der Iran-Krieg für massive Unsicherheit.
Besonders spürbar ist das bei den Energiepreisen. „Allein im März ist der Preis für Brent-Öl um über 60 Prozent gestiegen – der stärkste Monatsanstieg seit fast 40 Jahren", erklärt Markus Dürnberger von der Privatbank Spängler. Grund ist die Blockade der Straße von Hormus. Die Folge: steigende Kosten für Unternehmen - und am Ende auch für dich im Alltag.
Die Inflation zieht an. In der Eurozone liegen die Erwartungen bereits bei über drei Prozent. Das trifft vor allem Europa, weil viele Länder stark von Energieimporten abhängig sind. „Dazu steigen die Produktionskosten der Unternehmen, die diese an ihre Kunden weitergeben werden. Auch die Nahrungsmittelpreise dürften zulegen", sagt Markus Dürnberger.
Das alles bringt die Notenbanken unter Druck. Während die Europäische Zentralbank heuer wohl mehrmals die Zinsen anheben wird, bleibt die US-Notenbank vorerst still. Zinssenkungen in den USA sind derzeit kein Thema mehr.
Auch die Wirtschaft schwächelt. Laut aktuellen Umfragen erwarten Anleger in der Eurozone sogar eine Rezession. In den USA droht zumindest eine Stagnation. Teurere Flüge könnten zudem den Tourismus treffen – auch Städte wie Wien und Salzburg müssen womöglich mit weniger Gästen rechnen.
An den Börsen ging es zunächst bergab: Aktien aus Schwellenländern verloren im März rund elf Prozent, europäische Titel etwa acht Prozent. Nach der Waffenruhe Anfang April kam zwar eine Erholung, doch die Unsicherheit bleibt hoch.
Auffällig ist auch eine Verschiebung bei den Branchen. Energie-Aktien profitieren stark, während Technologie- und Konsumwerte unter Druck stehen. Selbst Gold, sonst ein sicherer Hafen, musste zuletzt Verluste hinnehmen.