Der Iran-Krieg zeigt immer stärkere Auswirkungen auf die Wirtschaft. Torsten Schmidt, Konjunktur-Chef des RWI-Leibniz-Instituts, warnt vor deutlich steigenden Preisen.
"Bei einem längeren Krieg könnte die Inflation in diesem Jahr vorübergehend auf sechs Prozent steigen", sagte Schmidt der "Rheinischen Post". "Dann ist das Wirtschaftswachstum weg, Deutschland würde in das vierte Jahr der Rezession rutschen."
Wie n-tv.de unter Berufung auf die "Rheinische Post" berichtet, hält Schmidt auch einen Ölpreis von 150 Dollar pro Barrel für möglich - falls der Krieg mehr als vier Wochen dauert und der Iran weiterhin Öl- und Gasanlagen in den Golfstaaten zerstört.
Sorge bereitet dem Ökonomen auch die niedrigen Füllstände der deutschen Gasspeicher. "20 Prozent Füllstand ist sehr wenig", warnte Schmidt. "Beim Gas spielen wir sprichwörtlich mit dem Feuer." Er regte die Einrichtung einer strategischen Gasreserve an.
Die Spritpreise werden laut dem Experten hoch bleiben und bei rund zwei Euro pro Liter liegen. Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar wurde die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggas-Transports verläuft, vom iranischen Militär de facto gesperrt.