Eterna

Konkurs nach 163 Jahren: Hemden-Firma aus Wien pleite

Es ist das Ende einer Ära. Jene Marke, die in Tausenden von Kleiderschränken zu finden ist, wird eingestellt. Eterna wurde 1863 in Wien gegründet.
Maria Ratzinger
25.03.2026, 12:30
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Es ist das Ende einer Ära, die viele Männer ganz selbstverständlich im Kleiderschrank hängen hatten: Eterna, der traditionsreiche Hemden- und Blusenhersteller, stellt nach 163 Jahren den Geschäftsbetrieb ein.

Das Unternehmen mit heutigem Sitz in Passau, gegründet wurde es einst in Wien, findet nach der Insolvenz keinen Käufer für den Gesamtbetrieb. Im Sommer 2026 ist endgültig Schluss.

400 Mitarbeiter verlieren Job

Gerade für Büroangestellte und Manager war "das Eterna" über Jahrzehnte hinweg beinahe ein fixer Begriff. Wie eine Uniform, die stets zwischen Konferenzraum, Familienfeier und klassischer Garderobe dabei war.

Konkurs trotz treuer Fans

Besonders bitter: Es fehlte offenbar nicht an Interesse, sondern an einer tragfähigen Rettung. Nach dem Insolvenzantrag im Dezember 2025 kamen zunächst mehr als 20 Anfragen potenzieller Investoren ein. Doch am Ende sprang jeder wieder ab.

Die Geschäftsführung erklärte, eine Fortführung des Betriebs in Passau sei ausgeschlossen, und der Verkaufsprozess sei ohne Ergebnis beendet worden. Verkauft werden soll nur noch der Markenname "Eterna". Damit könnte die Marke weiterleben, aber ohne das ursprüngliche Unternehmen dahinter.

Bereits im Dezember 2025 kündigte man in Schaufenstern "Lagerräumungen" an, etwa bei diesem Eterna-Store in Nürnberg. Jetzt ist endgültig Schluss mit der Marke.
IMAGO/Ardan Fuessmann

Laut Unternehmensangaben arbeiten am Hauptsitz in Passau gut 400 Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren werden.

Ein Schrecken mit (vorläufigem) Ende

Damit bricht nicht nur ein Unternehmen weg, sondern auch ein Stück europäischer Modegeschichte. Eterna zählt zu den wenigen verbliebenen Traditionsfirmen der einst starken deutschen Textilindustrie. Schon 2021 musste das Haus ein Sanierungsverfahren durchlaufen.

Dass nun trotzdem Schluss ist, zeigt, wie hart die Krise und der Wandel bei Konsumgewohnheiten die Modebranche treffen.

Mode-Pleiten am laufenden Band

Eterna ist bei weitem nicht das einzige Modeunternehmen, das in den letzten Jahren das Aus ankündigt. Der Umbruch in der Branche mit immer günstigeren Fast Fashion Marken, die junge Generationen ansprechen, fordert seinen Zoll.

Seit 2020 sind bekannte Unternehmen wie etwa der deutsche Gigant Esprit in die Insolvenz geraten. Turbulente Zeiten gab es auch für den Unterwäschehersteller Palmers, der 2025ebenfalls die Insolvenz anmeldete und nach einer Finanzsanierung neu an den Start ging.

Gänzlich pleite ging Jones, das alle 30 Filialen schließen musste. Genauso von Schließungen betroffen war RuNi Moda Italia. Das traditionsreiche Modehaus Stift in Tulln, das auf eine 200-jährige Geschichte zurückblicken kann, wurde vor dem endgültigen Aus noch von einem Tiroler Investor übernommen.

{title && {title} } mia, {title && {title} } 25.03.2026, 12:30
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