Das Training ist geschafft, der Körper erschöpft und die Sportkleidung klatschnass. Trotzdem landet sie nicht immer sofort in der Wäsche: Viele ziehen ihre Lieblings-Leggings oder das Shirt am nächsten Tag einfach wieder an. Genau das kann für die Haut zum Problem werden – oft, ohne dass man es sofort merkt.
Schweiß an sich ist harmlos und sogar geruchlos. Erst in Kombination mit den natürlichen Bakterien auf unserer Haut und den Fasern der Kleidung entsteht das, was wir als unangenehm empfinden. Besonders kritisch wird es, wenn man nach dem Training stundenlang in verschwitzten Sachen bleibt.
"Je länger die Bakterien mit deiner Haut in Kontakt bleiben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie schädlich werden", erklärt Brianna Olamiju, Hautärztin aus New York, gegenüber "Self". Die Folgen sieht sie in ihrer Praxis regelmäßig: "Meistens kann es Akne verursachen. Ich sehe viele Patienten, die Pickel auf der Brust oder am Rücken haben, oft Menschen, die häufig trainieren und danach vielleicht brunchen gehen oder sich nicht sofort umziehen oder waschen können."
Wer denkt, einmal lüften reicht, liegt leider falsch: Selbst wenn die Sportkleidung über Nacht trocknet, verschwinden die Bakterien nicht einfach.
"Einige der Bakterien vom vorherigen Training können noch vorhanden sein", verrät Olamiju im "Self"-Interview. "Es wird wahrscheinlich riechen, aber es kann auch weiterhin Akne verursachen oder Hautirritationen auslösen."
Allerdings kommt es auch darauf an, wie intensiv das Workout war: Nicht jede Einheit verlangt automatisch nach der Waschmaschine.
"Hochintensives Cardio-Training sorgt in der Regel für das größte Schwitzen", so die US-Dermatologin. "Diese haben ein höheres Risiko für Akne. Trainings mit geringerer Intensität wie Pilates, Spazierengehen oder Yoga können ein geringeres Risiko darstellen. Jeder schwitzt unterschiedlich, es ist also ein Spektrum."
Besonders wichtig: "Für Frauen ist es wirklich essenziell, den Sport-BH zu wechseln. Das Shirt kann man vielleicht noch einmal tragen, aber Sport-BH und Unterwäsche sind die Teile, die man wirklich wechseln sollte", betont Olamiju.
Auch der Stoff spielt eine Rolle: "Die meisten Sportkleidungsstücke enthalten Polyester, das Schweiß einschließt. Baumwolle ist atmungsaktiver und weniger riskant, wenn man Kleidung wieder tragen möchte. Aber es ist schwieriger, Sportkleidung aus Baumwolle zu finden."
Die klare Antwort der Expertin ist eindeutig: "Die dermatologische Antwort ist: nach jedem Training." Doch sie ergänzt: "Aber Menschen können ihr eigenes Ermessen nutzen – überlege, wie wohl du dich fühlst."
Heißt: Nach schweißtreibenden Einheiten gehört die Kleidung direkt in die Wäsche. Wer weniger geschwitzt hat, kann in Ausnahmefällen Teile noch einmal tragen – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.
Auch im Fitnessstudio selbst lauern Risiken: Matten sollten vor der Nutzung gereinigt werden, Barfußlaufen besser vermeiden – "Ringelflechte kann ein Risiko sein", warnt die Ärztin.