Wer ein wenig vom Hundetraining versteht (hoffentlich JEDER Hundehalter) weiß, dass Vierbeiner natürlich nicht nur Kommandos lernen, sondern auch Bezeichnungen für Gegenstände wie "Ball", "Keks", "Bett" etc. Dass sie allerdings auch einfach nur durchs Zuhören Begriffe zuordnen können, wurde durch eine kürzlich veröffentlichte Studie aus Ungarn festgestellt.
Das Experiment von der Eötvös Loránd Universität in Budapest beweist bei unseren Hunden einen sogenannten "sozial-kognitiven" Prozess, der bisher nur Menschen vorbehalten war: Das Erlernen von Worten durchs Mithören.
Die Forscher stuften diese Fähigkeiten der Hunde als vergleichbar mit denen von etwa 18 Monate alten Säuglingen ein. Die Studie untersuchte eine spezielle Gruppe, die sogenannten "Talentierten Wortlerner", die Wörter mühelos mit Objekten verknüpfen können.
Zehn Hunde wurden mit "alten" Spielzeugen, die sie bereits mit Namen auseinanderhalten konnten, und mit jeweils zwei neuen Dummys konfrontiert. Dabei wurden dem Hund beispielsweise in einer direkten Interaktion die Stofftiere "vorgestellt", oder auch nur mit einer anderen Person besprochen.
Nach den Gesprächen wurden die Spielzeuge zusammen mit anderen Gegenständen in einen anderen Raum gebracht. Die Besitzer forderten die Hunde dann auf, jedes Spielzeug anhand seines Namens zu finden. Sieben von zehn Hunden identifizierten die Objekte in beiden Situationen korrekt, oft schon beim ersten Versuch. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass manche Hunde Wörter allein durch das Beobachten menschlicher Interaktionen lernen können, ohne direktes Training.
Die Forscher gehen aber nach den Ergebnissen der Studie nicht automatisch davon aus, dass jeder Hund die gleiche Lernkurve zeigt, da besonders lernwillige Hunde wie Border Collies und Labrador-Retriever getestet wurden.