Tierischer Frühstart

Kein Witz – Bitte die Zecke per Post verschicken!

Der ungewöhnlich warme März lockt Zecken, Gelsen und andere Insekten früher aus der Winterruhe und verändert das Gleichgewicht der Natur.
Heute Tierisch
16.03.2026, 16:26
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Nach dem schneereichen Winter zeigt uns jetzt der Frühling, was er kann, denn der März ist heuer sehr warm. Während sich viele in Kärnten und Osttirol über bunte Frühlingsblumen und flatternde Schmetterlinge freuen, gibt es auch weniger willkommene Gäste. Nacktschnecken ziehen schon ihre Spuren durch die zum Teil viel zu früh bepflanzten Gemüsebeete, die ersten Gelsen krabbeln aus ihren Verstecken und so mancher kommt vom Spaziergang im Grünen mit einer Zecke heim. Vor allem Letztere sind bereits erwacht und hungrig.

„Ja, wir hatten heuer schon ein paar Meldungen von Zecken auf Menschen, Hunden oder anderen Tieren wie Schafen. Ab einer Außentemperatur von etwa 5 bis 7 Grad, die über mehrere Tage anhält, werden die Spinnentiere aktiv“
Laura WaldnerLeiterin, Abteilung Zoologie, Landesmuseum Kärnten

Zecken per Post!

Vor dem Sammlungs- und Wissenschaftszentrum des kärnten.museums in der Liberogasse 6 in Klagenfurt hängt ein auffälliger Briefkasten. Darauf steht "Zecken-Abgabe-Box" – und tatsächlich landen dort regelmäßig Zecken. Die Forscher bitten alle, die eine Zecke entdecken, diese mit einem Klebestreifen auf ein weißes Blatt Papier zu kleben, in ein Kuvert zu stecken und in die Box zu werfen.

„Wichtig ist auch, den Fundort, wobei die Postleitzahl genügt, das Datum, den Wirt, also ob Mensch oder Tier, und ob die Zecke bereits gebissen hatte, darauf zu vermerken“

Die Zeckensammelaktion ist Teil eines Monitoringprojekts der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Dabei werden die Tiere selbst, das Zeckenaufkommen, die Fundorte, die unterschiedlichen Arten und die durch Zecken übertragbaren Krankheiten untersucht. So erfährt man auch mehr über die Ausbreitung neuer Zeckenarten, die bisher nicht bei uns heimisch waren. Die Zecken können auch direkt an die AGES in Wien geschickt werden – dabei aber unbedingt als "Freigestellte veterinärmedizinische Probe" verschicken (bei der Post gibt es dazu Informationen).

Auch die Riesenzecke krabbelt herum

In Kärnten und Osttirol ist zwar der Holzbock die häufigste Zeckenart, aber mittlerweile wird auch immer wieder die sogenannte Riesenzecke entdeckt. "Meist werden diese aber von Reisen aus dem Süden mitgebracht. In Kärnten hatten wir noch nicht sehr viele Nachweise und es gibt auch noch keinen Hinweis darauf, dass sie bei uns überwintern können", sagt Waldner. Sollten die Winter noch milder werden, könnte es aber sein, dass auch diese Zeckenart, die das Krim-Kongo-Fieber übertragen kann, bei uns bleibt.

Ein paar natürliche Essenzen können gegen Zecken helfen:

Generell merkt man, dass viele Tiere heuer ihre Winterruhe, -starre oder -schlaf früher beenden. Das heißt aber nicht automatisch, dass sie sich besser entwickeln oder vermehren. "Im Gegenteil. Dass sie früher aktiv sind, kann für viele Spinnentiere negativ sein, denn die vertragen es nicht gut, wenn dann die Temperatur wieder extrem absinkt", sagt Waldner.

Kalter Jänner völlig umsonst

Der kalte Jänner dürfte den Tieren nicht geschadet haben, meint auch Manuel Vilgut, Vorstand der Fachgruppe Entomologie des Naturwissenschaftlichen Vereins Kärnten: "Für Tiere, die aus dem Süden eingewandert sind, ist das eher ein Problem. Heimische Arten haben eigene Überwinterungsstrategien und können gut damit umgehen." Dass man jetzt schon Schmetterlinge sieht, ist daher nicht ungewöhnlich. "Zitronenfalter oder der Kleine Fuchs sind mitunter auch schon im Februar aktiv", sagt Schmetterlingsexperte Vilgut.

{title && {title} } red, {title && {title} } 16.03.2026, 16:26
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