In Linz sorgt ein neues Öffi-Projekt für Aufsehen: Eine sogenannte "5er-Bim" soll künftig eine direkte Straßenbahnverbindung quer durch den Süden der Stadt schaffen. Der Vorschlag wird in der nächsten Sitzung des Gemeinderats eingebracht. Ziel ist eine tangentiale Linie, die wichtige Stadtteile ohne Umweg über die Innenstadt verbindet.
Konkret soll die neue Linie von der Trauner Kreuzung über Wegscheid, Kleinmünchen und die Simonystraße bis zum Bahnhof Ebelsberg führen und weiter Richtung Pichling verlaufen. Damit würden erstmals mehrere südliche Stadtteile direkt miteinander verbunden.
Hintergrund ist das starke Wachstum in dem Bereich von Linz. In den Stadtteilen Ebelsberg, Pichling, Kleinmünchen-Auwiesen und Neue Heimat leben inzwischen mehr als 60.000 Menschen – Tendenz steigend. Gleichzeitig fehlen laut den Initiatoren leistungsfähige Ost-West-Verbindungen im öffentlichen Verkehr. Viele Wege sind derzeit nur mit Umweg über den Hauptbahnhof oder mit mehreren Umstiegen möglich.
Ein zentrales Element des Projekts wäre ein neuer Nahverkehrsknoten in Linz-Wegscheid. Dafür soll die bestehende S-Bahn-Haltestelle um rund 300 Meter verlegt und modern ausgebaut werden. Bus, Straßenbahn und S-Bahn könnten dort künftig direkt miteinander verknüpft werden.
Die Umsetzung ist in mehreren Etappen gedacht. Als erstes Kernstück gilt eine rund 3,6 Kilometer lange Neubaustrecke von der Simonystraße bis zum neuen Verkehrsknoten Wegscheid. Weitere Abschnitte könnten später bis zur Trauner Kreuzung verlängert werden. Insgesamt würde so eine Ost-West-Achse im Linzer Süden entstehen.
Ahoi-Gemeinderat Clemens Brandstetter betont gegenüber "Heute", dass es zunächst um eine grundsätzliche Diskussion geht: "Wir wollen zuerst über das Projekt diskutieren. Eine realistische Schätzung über die Kosten gibt es derzeit nicht. Es geht jetzt einmal darum, dass man sich als Stadt Linz damit auseinandersetzt."
Gespräche mit den ÖBB seien dafür ebenfalls notwendig. Beim Thema Finanzierung verweist Brandstetter auf andere Großprojekte: "Die Stadt Linz zahlt für die A26 (Westring, Anm.) auch Millionen Euro. Um dieses Geld könnte man hier schon einiges machen."