"Nie dagewesene Offensive"

Stadt steckt erstmals mehr Geld in Öffis als in Straßen

Linz steckt 2026 mehr Geld in seine Öffis als je zuvor. Hintergrund: Stau und Parkplatzmangel – die Stadt will jetzt spürbar gegensteuern.
Oberösterreich Heute
15.01.2026, 14:31
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Die oberösterreichische Landeshauptstadt will 2026 die Weichen für die Mobilität von morgen stellen – und das merkt man vor allem am Geld. Staus und Parkplatzmangel sorgen in Linz regelmäßig für Ärger, eine laut Verkehrsreferent Martin Hajart (ÖVP) "nie dagewesenen Öffi-Offensive" soll Entlastung bringen. Die Idee: Wenn Bus und Co. attraktiver werden, bleiben mehr Autos stehen – und davon profitieren am Ende auch jene, die weiterhin auf den Pkw angewiesen sind.

14,5 Millionen Euro steckt die Stadt in den Ausbau der Öffis. Zum Vergleich: Das sonstige Budget für den Bereich Straßenbau und Verkehr beträgt 12,9 Millionen Euro. Linz investiert damit erstmals mehr Geld in Öffis als in den Straßenbau.

Verkehrsreferent Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) bezeichnet 2026 als "das Jahr der wichtigen Vorbereitungen". Konkret fließt das Geld heuer in die Planungen und Anschaffung jener Busse, die künftig auf den Linien 13 und 14 unterwegs sein sollen, sowie in den Ausbau der O-Buslinie 48 (Karlhof bis WIFI). Hajart spricht von einem "Quantensprung in der städtischen Verkehrspolitik".

Die Linien 13/14 und 48 sollen im Herbst bzw. Ende 2027 in Betrieb gehen.
Stadt Linz, Linz AG

Neue Buslinien sollen 2027 an Start gehen

Für Herbst 2027 ist der Start der Linie 13 geplant – sie soll den Linzer Süden quer durch das Industriegebiet mit Urfahr verbinden. Ende 2027 folgt die Linie 48. Ein zentraler Punkt ist die Straßenbahn in den Süden. Weil die ÖBB bis 2032/33 den viergleisigen Ausbau der Westbahnstrecke abschließen will, setzt die Stadt auf die Verlängerung von der Solar City in den Südpark und weiter bis Bahnhof Pichling. "Gemeinsam mit den ÖBB sollte auch eine große Park&Ride-Anlage in ein Gesamtkonzept integriert werden", schlägt Hajart vor.

Neben der Bim soll 2026 auch geprüft werden, ob die Stadtteilbuslinie 194 (Froschberg–Leonding) verlängert werden kann, damit die Neue Heimat besser angebunden wird. Ziel: Lücken im Netz schließen, bevor die großen neuen Linien tatsächlich losfahren. Gebaut wird heuer vor allem für Rad und Fuß: Die Rampe beim Ars Electronica Center wird auf 3,5 Meter verbreitert und kann danach in beide Richtungen gemeinsam genutzt werden.

Verbesserungen für Radfahrer und Fußgänger

Auf der Lentos-Seite startet zudem der Bau eines neuen barrierefreien 3,5-Meter-Stegs zur Donaulände, fertig soll er bis Mitte 2027 sein. Zusätzlich wird heuer ein weiteres Teilstück des Donauradwegs bis St. Margarethen fertig. Und: 2026 soll auch der "Masterplan Parken" starten – um das Thema Parkplätze künftig systematisch anzugehen. Dazu gehen die Bauarbeiten für den zweiten Teil des Westrings weiter.

Am Nachmittag meldete sich die Linzer FPÖ zu den Plänen zu Wort. Verkehrssprecher Manuel Matsche begrüße die Öffi-Investitionen zwar grundsätzlich. "Gleichzeitig dürfen aber jene Linzer, die tagtäglich auf das Auto angewiesen sind, nicht vergessen werden." Er fordert von Hajart vor allem in Bezug auf Parkmöglichkeiten "rasch konkrete Verbesserungen und Lösungen für den Autoverkehr".

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 15.01.2026, 19:33, 15.01.2026, 14:31
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