Im Linzer Bergschlößlpark spitzt sich der Konflikt rund um den Westring (A26) zu: Seit 19. November besetzen Aktivisten dort einen Platz mit ihrem Klima-Camp – "Heute" berichtete. Jetzt wird es aber ernst: Die Protestierenden sollen den Park verlassen.
Laut den Aktivisten soll das Camp mit 1. Jänner verdrängt werden. Der Grund: Auf der Westring-Baustelle befindet sich seit Wochen ein Bohrkopf in rund 17 Meter Tiefe. Er blieb bei den Arbeiten nach etwa 120 Metern stecken. Die noch fehlenden 100 Meter könnten erst fertiggestellt werden, wenn das Teil geborgen ist.
Versuche, den Bohrkopf wieder zu lösen, seien bereits gescheitert – ein neuer Anlauf dürfte nach den Feiertagen starten. Dafür müsste das große Zelt 50 bis 100 Meter verlegt werden. Denn: Es steht genau dort, wo der Bohrkopf vermutet wird – und zwar bewusst.
Die Linz AG hatte zuvor zwar schon angekündigt, dass für die Entfernung keine weiteren Bäume gefällt werden müssten. Daran glauben die Aktivisten aber nicht. Sie gehen davon aus, dass die Arbeiten weitere sieben Bäume gefährden könnten.
Deswegen bleiben die Protestierenden auch über den Jahreswechsel stur: "Das Klima-Camp wird den Platz nicht räumen und weiterhin Widerstand leisten." Insgesamt sollen für die A26 in dem Bereich 243 Bäume gefällt werden, einige davon sind Hunderte Jahre alt. Viele wurden Anfang Dezember schon abgesägt.