Seit Wochen protestieren Aktivisten an der Waldeggstraße in Linz gegen die Baumfällungen für den Bau der A26, besser bekannt als Westring. Zahlreiche alte Bäume wurden bereits gefällt, um Platz für die Großbaustelle zu schaffen.
Um auf die Zerstörung aufmerksam zu machen, errichteten Umweltschützer ein Protestcamp, besetzten Bäume und stellten Grabkerzen auf die 243 Baumstümpfe.
Die Hunderten Kerzen, die täglich erneuert wurden, sollten ein stilles Mahnmal sein. Doch nun kochen die Emotionen hoch. Denn ausgerechnet zu Weihnachten hat das zuständige Forstunternehmen ein Video auf Instagram gepostet.
Darin zu sehen: Mitarbeiter, die die Grabkerzen einsammeln und in den Müll werfen. Der 44-Sekunden-Clip trug den Titel "Für ein sauberes Linz zu Weihnachten" und wurde auf Social Media geteilt – ist mittlerweile aber wieder verschwunden.
Ein Aktivist informierte "Heute" und zeigte sich empört: "Wir wurden heute morgen bestohlen. Ca. 300 Euro in Grabkerzen (40 kg)" seien weggekommen. "Das ist ein Akt der Respektlosigkeit, der ausgerechnet zum Fest der Nächstenliebe verübt wird."
Die Aktivisten vom Protestbündnis "Ja zum Grüngürtel" wollen auch weiterhin im Camp ausharren: "Wir sind jedenfalls auch am Heiligen Abend vor Ort". Während das Instagram-Video verschwand, bleibt der Protest gegen die A26 präsent – auch über Weihnachten.
Wie die Plattform Linz News nun berichtete, wurden die Grabkerzen nach Weihnachten durch Christbäume ersetzt. Die Aktivisten haben diese offenbar in die Baumstümpfe gesetzt - und wollen so ein noch sichtbareres Zeichen setzen.