Hallstatt kommt auch im Winter nicht zur Ruhe. Während andere Orte in der kalten Jahreszeit durchschnaufen, herrscht im weltberühmten Salzkammergut-Ort ganzjährig Hochbetrieb. Laut "ORF"-Bericht erklärt Bürgermeister Alexander Scheutz (SPÖ) sei es auch jetzt "wie im Sommer".
Für heuer rechnet er mit 1,2 Millionen Tagesgästen – das wäre ein neuer Rekord für Hallstatt. Die meisten Besucher bleiben nur wenige Stunden, machen Fotos und reisen wieder ab. Die Zahl der Nächtigungen bleibt mit rund 132.000 vergleichsweise niedrig. Finanziell profitiert die Gemeinde stark vom Tourismus. Einnahmen aus Parkraumbewirtschaftung, Kommunalsteuer und einem Hotelbetrieb sorgen dafür, dass Hallstatt heuer keine Abgangsgemeinde ist.
"Wir haben 740 Einwohner und nehmen circa 500.000 Euro Kommunalsteuer ein. Also das ist nicht so wenig", sagt Scheutz. "Das sagt auch schon einiges über die Finanzkraft aus." Das Heritage-Hotel hatte heuer im vierten Quartal Gäste aus 85 verschiedenen Ländern.
Gleichzeitig spitzt sich aber auch das Verkehrsproblem weiter zu. Trotz einer Bus-Obergrenze (54 dürfen pro Tag kommen, Veranstalter müssen vorher Slots buchen) kommt es regelmäßig zu Staus und chaotischen Situationen, weil sich einige nicht daran halten: "Die blockieren dann die Straße, weil wir sie nicht in den Ort reinfahren lassen."
Über die eigentlich besinnliche Zeit ist das für die Bewohner nicht immer angenehm: "Weihnachten und Silvester ist wie im Hochsommer bei uns", so Scheutz. Wegen der asiatischen Feiertage im Februar, besonders dem Neujahrsfest in China, kommen dann noch mehr Gäste aus Fernost. "Also richtig durchschnaufen kann man eigentlich bei uns nie."
Der Ärger unter den Bewohnern ist entsprechend groß. Viele hätten das Gefühl, dass sich trotz jahrelanger Diskussionen kaum etwas verbessert. Seit Mai 2024 läuft ein Projekt zur Besucherlenkung, das praktikable Lösungen finden soll. Ein möglicher Ansatz wäre eine Pkw-Zufahrt nur mit vorheriger Buchung, sobald der Ort ausgelastet ist.
Da die Zufahrtsstraße allerdings eine Landesstraße ist, kann Hallstatt diese Maßnahme nicht selbst umsetzen. Die Gemeinde hofft daher auf Unterstützung des Landes. "Überall macht man Werbung mit Hallstatt. Überall sind wir das Aushängeschild. Aber man ist halt trotzdem nicht bereit, uns da entsprechend auch Unterstützung zu geben“, zeigt sich der Bürgermeister enttäuscht.