Thailand-Urlauber aufgepasst: Nach dem Tod der frühere Königin Sirikit (✝93) wurde eine einjährige Trauerzeit ausgerufen. Diese gilt vor allem für Regierungsangestellte, für die allgemeine Bevölkerung gilt eine offizielle Trauerzeit von 90 Tagen. Die Zeit soll von tiefem Respekt, Zurückhaltung und stiller Anteilnahme geprägt sein.
Sowohl Einheimische als auch ausländische Besucher sind angehalten, sich in den kommenden Wochen und Monaten entsprechend respektvoll zu verhalten. Kleidung sollte dezent, vorzugsweise dunkel und unauffällig gewählt werden. Auffällige oder grelle Farben gelten gerade an königlichen Orten oder bei offiziellen Anlässen als unangemessen. Touristen müssen zwar nicht zwingend Schwarz tragen, doch ein zurückhaltendes Auftreten ohne laute Ausgelassenheit oder demonstrative Fröhlichkeit wird ausdrücklich empfohlen.
Auch die gesellschaftlichen Umgangsformen werden sich in dieser Zeit ändern: rauschende Partys werden als unsensibel empfunden. Tempel, offizielle Gebäude oder öffentliche Veranstaltungen können zudem eingeschränkt zugänglich sein oder veränderte Öffnungszeiten haben.
Die Regierung hat betont, dass es keine generellen Verbote für öffentliche oder private Veranstaltungen gibt. Dennoch wurden Organisatoren gebeten, ihre Programme der Situation anzupassen – soll heißen: leiser, schlichter und weniger Showelemente. Großveranstaltungen wie Loy Krathong sollen grundsätzlich stattfinden, wenn auch in reduzierter Form. Auch das Lichtspektakel Vijit Chao Phraya ist vorgesehen, wobei noch unklar ist, in welchem Umfang es abgehalten wird.
Manche Events, insbesondere reine Partyveranstaltungen, haben bereits reagiert: So wurde das Leo Beach Music Festival aus Respekt vor der verstorbenen Königinmutter abgesagt. Andere große Feiern in Bangkok oder auf beliebten Ferieninseln werden derzeit geprüft oder auf spätere Termine verschoben. Ob die legendären Full-Moon-Partys auf Koh Phangan im November und Dezember stattfinden, bleibt fraglich. Die Tourismusbehörden betonen jedoch, dass die meisten Feierlichkeiten nicht gestrichen, sondern lediglich angepasst werden.
Statt auf strikte Vorschriften setzt die Regierung also auf Einfühlungsvermögen und gegenseitigen Respekt. Besucher sind weiterhin willkommen, sollten ihre Reise jedoch mit Feingefühl und Rücksicht gestalten. Da der Tourismus für die thailändische Wirtschaft von zentraler Bedeutung ist, ist nicht damit zu rechnen, dass Besucher größere Einschränkungen bemerken werden.