Zoff um abgewiesene Patienten, Unsicherheit im Grenzgebiet – jetzt ziehen die Länder die Notbremse: Oberösterreich und die Steiermark haben eine neue Spitals-Allianz ausgehandelt. Statt Streit über sogenannte Gastpatienten soll es künftig klare Regeln geben – und vor allem mehr Sicherheit für Betroffene.
Hintergrund ist eine spürbare Verschiebung der Patientenströme: Durch den Wegfall von Leistungen am Standort Bad Aussee (Steiermark) wird erwartet, dass deutlich mehr Menschen Richtung Bad Ischl ausweichen.
Schon bisher wurden dort jährlich rund 930 Patienten aus dem Bezirk Liezen stationär versorgt. Durch die neue Allianz sollen in Zukunft Betroffene – vor allem aus dem Ausseerland – bei medizinischer Notwendigkeit im Salzkammergut Klinikum Bad Ischl behandelt werden können.
"Mit dieser Kooperation betreten wir Neuland", sagt der steirische Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP). "Zum ersten Mal wird eine strukturierte Versorgungszusammenarbeit zwischen zwei Bundesländern vertraglich geregelt, denn die Gesundheitsversorgung endet nicht an Landesgrenzen."
Damit das System nicht an seine Grenzen stößt, wird auch an der Finanzierung geschraubt: Die Steiermark beteiligt sich künftig an den Kosten der Behandlungen und stellt zusätzlich Geld für mehr Personal bereit. Ziel ist es, mögliche Auswirkungen auf Wartezeiten und die Versorgung abzufedern.
"Ich begrüße es, dass die Steiermark bei ihrer Vorgangsweise kooperativ auf das Land Oberösterreich zugegangen ist", freut sich die oberösterreichische Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP). "Diese kooperative Vorgangsweise und die Zahlungen des Gesundheitsfonds Steiermark ermöglichen es uns, das Salzkammergut-Klinikum gezielt auch mit Personalressourcen zu verstärken."
Starten soll das Modell – wenn die zuständigen Gremien zustimmen – schon am 1. April. Patienten aus dem Bezirk Liezen können dann bei medizinischer Notwendigkeit Leistungen im Salzkammergut Klinikum Bad Ischl in Anspruch nehmen – und zwar ohne Risiko, als Gastpatienten abgewiesen zu werden.