Wenige Tage nach der blutigen Messerattacke in Linz liegt Mahdi P. weiterhin im Spital – und schildert die dramatischen Momente, die sein Leben für immer verändert haben.
Der 24-Jährige wurde am Samstag in der Bismarckstraße schwer verletzt, als er gemeinsam mit zwei Landsmännern einem österreichischen Autofahrer helfen wollte. Dabei wurde sein bester Freund tödlich attackiert.
"Der Mahmoud war mein bester Freund, er war für mich wie ein Bruder. Ich kann es noch nicht so recht glauben, dass er tot ist", sagt Mahdi P. am Dienstag am Krankenbett gegenüber der "Krone". Kopf und Hals sind bandagiert, sein Bruder Mohammad (27) und ein Freund stehen ihm bei.
Die Nacht bringt ihm kaum Ruhe. "Ich hab‘ seit der Not-Operation am Samstag nicht mehr schlafen können, obwohl ich jede Nacht drei bis vier Tabletten einnehme. Was uns passiert ist, spielt sich ständig vor meinen Augen ab und beschäftigt mich." Die Verletzungen waren massiv: "Ich hatte einen Schnitt von den Ohren bis zum Hals und hab‘ sehr viel Blut verloren."
Nur knapp entkam er dem Tod. Ärzte versorgten die tiefe Wunde, mehrere Blutkonserven waren nötig. Wenige Millimeter entschieden laut Medizinern über Leben und Tod. "Ich habe sehr viel Glück gehabt, dass ich noch lebe."
Seit 2015 lebte er mit seinem Freund Mahmoud A. in Österreich. Dessen Tod traf ihn im Spital: "Ich hab‘ ihn noch am Boden liegen gesehen, bevor man mich ins Krankenhaus gebracht hat."
Der Angriff kam völlig überraschend. "Er ist uns nachgelaufen, hat uns plötzlich mit zwei Messern von hinten attackiert – das war schockierend." Sein Bruder fordert Konsequenzen: "Solche Menschen dürfen nicht mehr rauskommen." Der 34-jährige Tatverdächtige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.