Die tödliche Messerattacke am Wochenende in der Linzer Innenstadt erschüttert weiterhin das ganze Land. Während die Ermittlungen laufen, wird nun über die Untersuchungshaft des Verdächtigen entschieden. Gleichzeitig werden immer mehr Details über die Vergangenheit des 34-jährigen Kroaten bekannt.
Der Mann ist für die Justiz kein Unbekannter. Insgesamt vier Vorstrafen hat er bereits auf dem Konto. Besonders brisant: Gewalt spielte dabei schon mehrfach eine Rolle.
Seine erste Verurteilung erhielt der Mann bereits im Jahr 2010. Damals galt für ihn noch das Jugendstrafrecht. Wegen absichtlich schwerer Körperverletzung wurde er zu einer teilbedingten Haftstrafe verurteilt. Nach dem Urteil kam er allerdings frei, weil er den unbedingten Teil bereits in Untersuchungshaft abgesessen hatte.
In den folgenden Jahren wurde der Kroate noch zweimal wegen Drogen- und Vermögensdelikten zu Geldstrafen verurteilt. Die schwerste Tat folgte jedoch einige Jahre später.
2017 soll der Mann erneut mit einem Messer zugestochen haben. Laut Staatsanwaltschaft rammte er einem ihm völlig unbekannten Mann ein Messer in den Bauch. Dafür musste er 2018 vor Gericht und wurde wegen absichtlich schwerer Körperverletzung zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Danach fiel er laut Behörden längere Zeit nicht mehr strafrechtlich auf.
Bis zum vergangenen Samstag. Am frühen Abend soll der 34-Jährige in der Bismarckstraße in der Linzer Innenstadt zunächst einen Autofahrer beschimpft haben. Drei junge Afghanen bekamen die Szene mit und stellten den Mann zur Rede. Danach gingen sie in einen nahegelegenen Barbershop.
Doch der Streit war damit offenbar nicht beendet. Als die Männer das Geschäft wieder verließen, wartete der Verdächtige bereits vor dem Lokal. Ermittler gehen davon aus, dass er ihnen gefolgt war.
Plötzlich eskalierte die Situation. Der 34-Jährige soll einem 24-Jährigen von hinten ein Messer in den Hals gestochen haben. Die beiden Begleiter ergriffen daraufhin panisch die Flucht. Einer von ihnen, ein 26-Jähriger, stürzte.
Der Angreifer soll den am Boden liegenden Mann gegen den Kopf getreten und anschließend mit dem Messer in den Oberkörper gestochen haben. Danach flüchtete er. Wenig später nahm die Schnelle Interventionsgruppe der Polizei den Verdächtigen fest.
Hier an der Ecke Bismarckstraße/Landstraße kam es zu der Attacke:
Der 26-Jährige wurde noch von einer Passantin reanimiert und anschließend ins Krankenhaus gebracht. Dort erlag er jedoch wenig später seinen schweren Verletzungen. Sein 24-jähriger Begleiter wurde schwer verletzt ins Spital eingeliefert.
Der Verdächtige zeigte sich bei der Polizei geständig. Wie Staatsanwältin Ulrike Breiteneder gegenüber "Heute" erklärte, schilderte er nüchtern, "dass er jemanden niedergestochen hat". Gleichzeitig gab er an, unter psychischen Problemen zu leiden. Ob das tatsächlich zutrifft, soll ein medizinisches Gutachten klären. Aktuell beantragt die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft für den 34-Jährigen. Innerhalb von 48 Stunden muss darüber entschieden werden.