Zu brutalen Szenen kam es am Abend des 25. Dezember 2024 in Graz. Mehrere Jugendliche gerieten laut Anklage in einen Streit, der innerhalb kurzer Zeit in mehreren Straßen der Innenstadt eskalierte. Die Situation schaukelte sich immer weiter hoch und endete in mehreren gewalttätigen Angriffen.
Am Freitag (6. März) standen vier syrische Jugendliche deswegen vor dem Straflandesgericht Graz. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, an mehreren Attacken beteiligt gewesen zu sein, bei denen Jugendliche teils mit Messern verletzt und mit Waffen bedroht wurden – berichtet der ORF.
Der erste Angriff ereignete sich laut Anklage in der Dreihackengasse. Dort traf die Gruppe auf einen 18-Jährigen. Die Situation eskalierte rasch: Der Jugendliche wurde attackiert und erlitt einen Messerstich in den Rücken.
Der junge Mann wurde dabei schwer verletzt. Für die Ermittler war dieser Angriff der Beginn einer ganzen Serie von Gewalttaten, die sich noch in derselben Nacht an mehreren Orten fortsetzte.
Nur kurze Zeit später kam es in der Elisabethinergasse zu einer weiteren Attacke. Ein 16-jähriger Syrer wurde dabei ebenfalls Opfer der Gewalt. Er erlitt einen Stich ins Gesäß.Zusätzlich soll der Jugendliche von den Angreifern mit einer Schreckschusspistole bedroht worden sein. Für die Opfer bedeuteten die Minuten in dieser Nacht massive Angst und Verletzungen.
Die Auseinandersetzung verlagerte sich kurz darauf weiter in die Ägydigasse. Auch dort blieb es nicht bei Drohungen. Ein 17-Jähriger wurde laut Anklage mit einer Eisenstange und Holzlatten attackiert. Der Jugendliche erlitt dabei Verletzungen im Gesicht. Zwei weitere Jugendliche sollen in derselben Gegend ebenfalls mit einer Schreckschusspistole bedroht worden sein.
Bereits einen Tag später fiel die Gruppe erneut auf. Bei einer weiteren Auseinandersetzung wurde einer der Verdächtigen verletzt und musste im Unfallkrankenhaus Graz behandelt werden.
Gerade diese Verletzung brachte die Ermittler auf eine entscheidende Spur. Polizisten konnten dadurch einen Zusammenhang mit den Attacken vom Vortag herstellen und die Ermittlungen gegen mehrere Verdächtige einleiten.
Der damals 20-jährige Verdächtige wurde schließlich festgenommen. Die Ermittlungen führten die Polizei zu weiteren Beteiligten. Zwei weitere Verdächtige im Alter von 17 und 20 Jahren konnten schließlich in Innsbruck ausgeforscht und festgenommen werden.
Am 6. März fiel nun das Urteil am Straflandesgericht Graz. Einer der Angeklagten wurde wegen absichtlich schwerer Körperverletzung zu zwei Jahren teilbedingter Haft verurteilt. Drei weitere Jugendliche erhielten jeweils 30 Monate bedingte Haft. Ein Angeklagter wurde vom Gericht freigesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die brutale Gewaltserie rund um Weihnachten hatte Graz tagelang beschäftigt – nun liegt der Fall vorerst in den Händen der nächsten Instanz.