Racheakte mitten in Graz

Mordversuche bei Clan-Angriffen – fünf Syrer angeklagt

Nach den brutalen Racheakten zwischen zwei verfeindeten syrischen Clans mitten in Graz wurden nun vier Männer wegen Mordversuchs angeklagt
Newsdesk Heute
12.01.2026, 08:42
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die Gewalt eskalierte mitten in Graz – jetzt folgt das strafrechtliche Nachspiel: Nach mehreren Attacken mit Messern, Holzlatten und Eisenstangen rund um Weihnachten 2024 sind vier Männer wegen Mordversuchs angeklagt. Hintergrund sollen Racheakte zwischen verfeindeten syrischen Familien sein, die auf die Straße getragen wurden.

Rückblick auf den Christtag 2024: Am Abend trafen Jugendliche in der Dreihackengasse auf einen 18-Jährigen und stachen ihm in den Rücken. Kurz danach kam es in der Elisabethinergasse zu einer Attacke auf einen 16-jährigen Syrer – er erlitt einen Stich ins Gesäß. Zudem soll er mit einer Schreckschusswaffe bedroht worden sein – "Heute" berichtete.

Wenig später setzte sich die Auseinandersetzung in der Ägydigasse fort: Ein 17-Jähriger erlitt leichte Verletzungen im Gesicht, verursacht durch eine Eisenstange und Holzlatten. Bereits am Stefanitag drehte sich die Gewaltspirale weiter – diesmal wurde einer der Verdächtigen am Hauptbahnhof verletzt.

Schuss in den Boden neben Opfer

"Der 20-Jährige musste im Unfallkrankenhaus Graz behandelt werden. Dadurch ist es gelungen, einen Zusammenhang zu den Taten des Vortages herzustellen", hieß es damals von der Exekutive. Der Mann wurde festgenommen. Zwei weitere Verdächtige – sie waren zum Tatzeitpunkt 17 und 20 Jahre alt – wurden in Innsbruck gefasst.

Später folgte die Festnahme eines 25-Jährigen. Er soll am Christtag an jener Messerattacke beteiligt gewesen sein, bei der eines der Opfer beinahe getötet und weitere Personen schwer verletzt wurden. Laut Vorwürfen soll der Syrer zudem mit einer Schusswaffe neben einem am Boden liegenden Opfer in den Boden geschossen haben.

Motiv soll Streit um Frau gewesen sein

Als Auslöser gilt zufolge eine Österreicherin: Ein 25-jähriger Syrer soll sie sich als Partnerin gewünscht haben – die Frau sei jedoch bereits an einen Nebenbuhler im verfeindeten Clan "vergeben" gewesen. Es soll zu wechselseitigen Attacken gekommen sein, ein Beschuldigter habe sogar Clanmitglieder aus Innsbruck und Wien rekrutiert, die nach Graz reisten, um Rache zu üben.

Wie groß das Verfahren ist, zeigt die Zahl der Beschuldigten im Grundverfahren: 44 Personen. "Die Sachverhalte wurden gesondert erledigt", erklärt Christian Kroschl, Sprecher der Grazer Staatsanwaltschaft gegenüber der "Kleinen Zeitung". Die aktuelle Anklage, die sich auf die massivsten Übergriffe (Messerstich) bezieht, richtet sich demnach gegen fünf Syrer im Alter von 16 bis 26 Jahren. Alle Angeklagten stammen aus einer Gruppierung. Viermal geht es um versuchten Mord, zusätzlich wird, je nach Konstellation, auch schwere Körperverletzung angeklagt.

Ganz abgeschlossen ist der Fall damit noch nicht: "Ein Teil ist noch offen, wegen absichtlich schwerer Körperverletzung wird weiterhin gegen unbekannte Täter ermittelt", so Kroschl.

Zwei Personen bereits verurteilt

Für zwei Syrer ist ein Verfahren bereits beendet: Angeklagt von der Staatsanwaltschaft Graz, eingebracht beim Innsbrucker Landesgericht, wurden ein 17- und ein 18-Jähriger verurteilt. "In Zusammenhang mit Faustschlägen gegen den Kopf wurde einer zu sechs Monaten bedingt, der andere zu zwölf Monaten unbedingter Haft verurteilt", bestätigt Birgit Fink, Innsbrucker Gerichtssprecherin, der "Kleinen Zeitung". Ein Termin für den Prozess in Graz steht derzeit noch nicht fest.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 12.01.2026, 11:10, 12.01.2026, 08:42
Jetzt E-Paper lesen