Dramatische Szenen spielten sich am frühen Samstagabend in der Linzer Innenstadt ab: Ein Kroate (34) soll in der Bismarckstraße zunächst einen Autofahrer angepöbelt haben. Drei junge Afghanen bekamen das mit und wiesen ihn zurecht. Danach gingen sie in einen Barbershop.
Als die Männer diesen wieder verließen, wartete der Mann vor dem Geschäft. Er dürfte ihnen gefolgt sein und einem 24-Jährigen unvermittelt von hinten in den Hals gestochen haben. Die beiden anderen ergriffen daraufhin die Flucht. Einer der Afghanen, ein 26-Jähriger, stürzte.
Der Kroate trat den am Boden Liegenden gegen den Kopf und stach ihm dann in den Oberkörper. Anschließend rannte der mutmaßliche Angreifer davon. Wenig später nahm die Schnelle Interventionsgruppe den Verdächtigen fest. Der 26-Jährige wurde noch von einer Fußgängerin reanimiert und dann ins Krankenhaus gebracht. Dort starb er aber wenig später.
Wie Staatsanwältin Ulrike Breiteneder am Montag gegenüber "Heute" erklärt, wird aktuell die Untersuchungshaft beantragt. Sie zweifelt nicht daran, dass es auch dazu kommt. Grundsätzlich gelte aber eine Frist von 48 Stunden, in denen darüber entschieden werden muss.
Der mutmaßliche Täter zeigte sich bereits bei der Polizei geständig: "Er hat ganz objektiv erzählt, dass er jemanden niedergestochen hat", so Breiteneder. Gegenüber der Exekutive gab der Mann an, psychische Probleme zu haben. Ob das wirklich stimmt, muss ein medizinisches Gutachten zeigen.
Fix ist: Der Verdächtige ist kein Unbekannter. "Er ist schon mehrmals vorbestraft", so die Staatsanwältin. "Zuletzt 2018 wegen absichtlich schwerer Körperverletzung, aber auch wegen anderer Delikte."
Die Obduktion des 26-Jährigen ist für Montagnachmittag angesetzt, berichtet Breiteneder. Wie es dem zweiten Opfer (24) derzeit geht, kann die Behördensprecherin nicht sagen. Fest steht: Der junge Mann wurde schwer verletzt ins Spital eingeliefert.