Nach der tödlichen Messerattacke am Samstag in der Linzer Innenstadt gibt es neue Entwicklungen. Wie die Polizei im Gespräch mit "Heute" bestätigt, wurde der festgenommene Verdächtige am Sonntag in den frühen Morgenstunden erstmals einvernommen.
Dabei legte der 34-jährige Kroate laut Polizei ein Geständnis ab. Der Mann räumte die Tat ein und verwies dabei auf eine psychische Erkrankung. Er soll an Schizophrenie leiden. Laut "Krone" soll er schon in der Vergangenheit wegen Gewaltdelikte und Sachbeschädigungen Vorstrafen bekommen haben.
Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an. Die Polizei ermittelt nun offiziell wegen Mordes und versuchten Mordes. Der Mann sollte am Sonntagnachmittag noch vom Polizeianhaltezentrum in die Justizanstalt Linz überstellt werden. Dann wird über U-Haft entschieden.
Die Attacke hatte sich am Samstag in der Bismarckstraße abgespielt. Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen, mehrere Passanten leisteten sofort Erste Hilfe.
Unter ihnen war auch die 28-jährige Sophie Thewanger. Sie saß am frühen Abend mit ihrem Bruder und dessen Freundin in einem Eissalon an der Ecke Landstraße und Bismarckstraße, als plötzlich Schreie durch die Straße hallten. "Jetzt ham’s einen niedergestochen!", hörte sie jemanden rufen.
Am Samstag kam es in der Linzer Innenstadt zu einer brutalen Messerattacke: Ein 34-jähriger Mann stach auf zwei Männer ein, einer der beiden starb später im Spital. Der Verdächtige wurde kurz nach der Tat festgenommen, gestand bei der Polizei und nun wird wegen Mordes und versuchten Mordes ermittelt.
Die Linzerin reagierte sofort. "Ich bin sofort aufgesprungen, um dem Verletzten im Rahmen meiner Möglichkeiten zu helfen", erzählt sie. Die 28-Jährige engagiert sich seit vielen Jahren bei der Feuerwehr Schönering und besucht regelmäßig Erste-Hilfe-Auffrischungskurse.
Als sie beim Opfer eintraf, bot sich ihr ein dramatisches Bild. "Als ich dort war, war alles voller Blut und er hat noch geatmet. Er befand sich bereits in stabiler Seitenlage", erinnert sie sich.
Gemeinsam mit weiteren Helfern begann sie sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. "Dann haben wir laufend reanimiert, bis er ins KUK gebracht wurde." Unterstützung bekam sie von einem Arzt, der zufällig auf dem Weg zu seinem Nachtdienst war und ebenfalls sofort eingriff. Rund um den Tatort sammelten sich zahlreiche Passanten.
Gestört habe sie, dass einige Menschen die Situation mit ihren Handys filmten. "So was brauchst du nicht, wenn jemand in so einer Situation noch mit dem Handy herumrennt", sagt sie. Auch Zana Mussa, Betreiber des Linzer Barbershops "De Luxe", wurde zum Augenzeugen der Gewalttat.
Die späteren Opfer hatten kurz zuvor noch sein Geschäft besucht. "Die beiden Opfer waren Stammkunden, die sich vor dem Attentat noch Haare und Bart bei mir schneiden haben lassen."
Kurz darauf eskalierte die Situation auf der Straße. Einer der Männer wurde schwer verletzt. "Es war alles voll Blut. Mein Mitarbeiter hat sofort die Rettung alarmiert. Der Verletzte ist im Gesicht ganz weiß geworden, ich hab‘ ein Tuch geholt und es ihm auf die Wunde gedrückt", schildert Mussa.
Wenig später lag auch ein weiterer Mann schwer verletzt auf dem Gehsteig. Sophie Thewanger war bereits bei ihm und begann sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen. "Er hat noch geröchelt und versucht, Luft zu bekommen", erzählt sie.
Gemeinsam mit zwei weiteren Ersthelfern – darunter ein Arzt – kämpfte sie um das Leben des Mannes, bis die Rettung eintraf. "Gar nichts, ich hab‘ funktioniert wie eine Maschine, es ging alles automatisch", sagt sie über diese Minuten. Der schwer verletzte Mann wurde ins Kepler Uniklinikum gebracht, starb dort jedoch kurze Zeit später an den Folgen der Messerstiche. Ein weiteres Opfer überlebte nach einer Notoperation.