Die blutigen Szenen nach den zwei Messerattacken in der Linzer Innenstadt lassen die Zeugen nicht los. Zwei Ersthelfer, die am Samstagabend sofort reagierten, schildern gegenüber der "Kronen Zeitung", wie dramatisch sich alles abgespielt hat. Für einen 26-Jährigen kam jede Hilfe zu spät – er erlag später im Spital seinen schweren Verletzungen.
Besonders erschüttert ist der Chef eines Linzer Barbershops. Die Opfer waren kurz vor der Attacke noch bei ihm im Lokal. "Die beiden Opfer waren Stammkunden, die sich vor dem Attentat noch Haare und Bart bei mir schneiden haben lassen", sagt der 26-Jährige gegenüber der "Krone". Das Opfer, ein junger Afghane, sei "immer freundlich und hilfsbereit" gewesen. Der Barbier beschreibt folgenden Sachverhalt.
Im Vorfeld des tödlichen Angriffs soll es dem Zeugen zufolge zu einem Streit zwischen einem Autofahrer und dem späteren mutmaßlichen Täter gekommen sein. Der Pkw-Lenker soll sich darüber geärgert haben, weil ein Fußgänger unvermittelt über die Straße gegangen ist. Als dieser dann mit der Faust auf den Außenspiegel geschlagen hat und auf den Autofahrer losgehen wollte, hätten die beiden Männer, die zuvor im Barbiergeschäft Kunden gewesen waren, eingegriffen.
Die beiden Afghanen vor dem Geschäft eilten dem älteren Mann sofort zu Hilfe und forderten den aggressiven Fußgänger auf, den Lenker in Ruhe zu lassen. Der Mann soll daraufhin gedroht haben, seine Freunde zu holen.
Rund eine halbe Stunde später kam er laut den Zeugen aber allein zurück – und stach zu. Einer der drei Afghanen, die gerade am Heimweg waren, wurde mit einem Messer am Hals verletzt. Der Mann wurde im UKH Linz notoperiert und schwebt laut Bericht nicht mehr in Lebensgefahr.
Für ein weiteres Opfer der Messerattacke kam indes jede Hilfe zu spät. Eine Zeugin schildert gegenüber der "Krone", dass sie Schreie gehört habe und sofort reagiert habe. Die geübte Ersthelferin berichtet über die dramatischen Sekunden. Sie habe einen Einstich im Bereich der rechten Brustseite gesehen, das Opfer habe geröchelt und versucht, Luft zu bekommen. Bis zum Eintreffen des Notarztes habe sie das Opfer zunächst in stabile Seitenlage gebracht und wenig später mit Reanimationsmaßnahmen begonnen.
Der Schwerverletzte wurde noch ins Kepler Uniklinikum gebracht, starb dort aber an seinen schweren Verletzungen. Laut Bericht hinterlässt er einen Bruder und wollte offenbar Krankenpfleger werden.
Auch den flüchtenden Täter sah die Zeugin laut eigenen Angaben noch. "Er hat sich zweimal umgedreht, ist zum Glück aber nicht mehr zurückgekommen", wird die Frau zitiert. Als sie von der Festnahme gehört habe, sei sie erleichtert gewesen, sagt sie.
Die genauen Hintergründe zur Tat sind nach wie vor Gegenstand von Ermittlungen.