Vor vielen Jahren hatte Frau R. für einen Kredit ihres Ex-Partners gebürgt – diese Entscheidung fiel ihr später hart auf den Kopf. Als der Mann nicht mehr zahlen konnte, nahm die Bank die Oberösterreicherin als Bürgin in Anspruch.
Bei dem Versuch, ihre Lage selbst in den Griff zu bekommen, machte sie weitere Schulden – obwohl sie wegen einer psychischen Erkrankung aktuell nur Teilzeit arbeiten konnte und gerade einmal 1.400 Euro netto verdiente.
Ständig läuteten Telefon und Handy, immer wieder meldeten sich Inkassobüros. Die vielen Kontaktaufnahmen setzten Frau R. massiv zu – schließlich hatte sie selbst völlig den Überblick verloren, wie hoch ihre Schulden überhaupt waren.
Erst bei der Schuldnerhilfe OÖ fasste sie neuen Mut. Dort sollte jetzt zuerst Ordnung ins Chaos gebracht werden: Wie viele Schulden tatsächlich offen waren, wurde genau erhoben – danach wurden gemeinsam konkrete Auswege gesucht.
Die Schuldnerhilfe OÖ ist eine staatlich anerkannte Schuldenberatungs- und Familienberatungsstelle mit Beratungsangeboten in Linz, Rohrbach-Berg, Freistadt, Perg und Kirchdorf an der Krems.
Neben Schuldenberatung werden auch Budget-, Spielsucht- und Kaufsuchtberatung, Finanzbildung, der OÖ Finanzführerschein und das Betreute Konto angeboten.
Tel. 0732 77 77 34
Mit ihrem Schicksal war Frau R. nicht allein: 16.145 Menschen suchten 2025 in Österreich erstmals eine Schuldenberatung auf – das war, abgesehen vom Rekordwert 2024, der höchste Stand seit 15 Jahren.
Hauptgründe für die Überschuldung waren laut Beratungsstellen vor allem Arbeitslosigkeit und Einkommensverschlechterung (36 Prozent), mangelnde Finanzbildung (20 Prozent) sowie ehemalige Selbstständigkeit (19 Prozent). "Arbeitslosigkeit ist ein starker Treiber in Richtung Überschuldung. Das hängt natürlich mit der wirtschaftlichen Situation zusammen, wenn Leute entlassen werden", sagt Johannes Kletzl von der Schuldnerhilfe OÖ im Gespräch mit "Heute".