"Diese Maßnahme könnte in die Hose gehen, leiden werden die Konsumenten", sagt Jürgen Stichenwirth, Geschäftsführer von Orlen Austria. Er ist somit Chef der 260 Turmöl-Tankstellen in Österreich, lenkt sie aus der Zentrale in Wels (OÖ).
Was der Öl-Manager meint, ist der neue Plan der Regierung zur Regulierung der Spritpreise. Statt wie bisher täglich, dürfen Tankstellen ab Montag "nur" dreimal pro Woche ihre Preise erhöhen – am Montag, Mittwoch und am Freitag. Auf eine konkrete Spritpreisbremse oder eine Senkung der Steuer auf Treibstoffe verzichtet die Koalition (ÖVP-SPÖ-Neos).
"Ich bin überrascht über diese Maßnahme, sie wird nicht so greifen wie erhofft", sagt Stichenwirth zu "Heute". Im Gegenteil, die Kosten für Diesel und Super werden sogar stärker als nötig steigen, meint er.
Seine Erklärung: Noch werden Preise täglich an den Markt angepasst. Wenn man den Konzernen diese Möglichkeit nimmt, so Stichenwirth, werde die Preisfindung zum Ratespiel: "So mancher Betreiber wird aus Angst vor künftig steigenden Preisen, seinen eigenen Treibstoff dementsprechend höher einpreisen."
Im Klartext: Aus Sorge, dass der Ölpreis in den Tagen, an denen die Konzerne nicht erhöhen dürfen, weiter steigt, werden sie schon im Vorhinein kräftiger als nötig an den Preisen schrauben. "Es wird einem nicht viel übrigbleiben, man nimmt uns den Spielraum", sagt der Turmöl-Boss im Gespräch mit "Heute".
Eines ist fix: Die Wut der Lenker steigt. Mittwochnachmittag lag österreichweit der Durchschnittspreis von Diesel schon bei 1,927 Euro pro Liter. Seit einem Monat ist die Anzeige auf der Zapfsäule um ein Drittel gestiegen. "Ich verstehe den Frust der Konsumenten", sagt Stichenwirth.
Der Preis-Wahnsinn hat wohl noch länger kein Ende. Auch jetzt wieder steigen auf den Märkten die Kosten für Rohöl, Tankstellen-Konzerne werden ihre Preise weiter nach oben "optimieren".