Jetzt spricht Linzer Politik

"Gewalt und Hass" – Schock nach tödlicher Bluttat

Eine tödliche Bluttat erschüttert die Landeshauptstadt: Zwei Männer wurden niedergestochen. Jetzt reagiert die Politik auf das Gewaltverbrechen.
Oberösterreich Heute
15.03.2026, 11:01
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die folgenschwere Attacke ereignete sich am Samstag gegen 17.45 Uhr in der Bismarckstraße: Einem 34-jährigen Kroaten hatte es offenbar nicht gefallen, dass ihn drei Afghanen nach einer mutmaßlichen Pöbelei zur Rede gestellt hatten.

Er soll ihnen gefolgt sein, zu einem Messer gegriffen haben und zwei der jungen Männer schwer verletzt haben. Ein 26-Jähriger starb später im Krankenhaus.

"Ein solcher Vorfall macht uns alle betroffen", reagierte am Sonntagvormittag der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ). Seine Gedanken seien in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen des Opfers. "Ihnen gilt mein tiefes Mitgefühl."

Der Stadtchef bedankt sich gleichzeitig bei den couragierten Ersthelfern und den Einsatzkräften. "Gerade in schwierigen Situationen zeigt sich, wie wertvoll Menschen sind, die nicht wegschauen, sondern Verantwortung übernehmen und helfen."

Kritischere Worte findet Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP): Ein verantwortungsvoller Umgang mit Sprache sei wichtig in der politischen und gesellschaftlichen Debatte. "Wenn ein Täter bei einer solchen Tat offensichtlich 'Scheiß Moslems' schreit, dann müssen wir uns auch als Gesellschaft fragen, welchen Ton wir in öffentlichen Diskussionen anschlagen."

Es sei notwendig, bestehende Probleme in der Integration klar zu benennen und offen zu diskutieren. Das dürfe aber niemals in einer Weise geschehen, die Menschen gegeneinander aufbringe oder Hass schüre. "Entscheidend ist, dass wir zusammenstehen und klar zeigen: Gewalt und Hass haben bei uns keinen Platz", so Hajart.

"Negative Abwärtsspirale"

Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) gibt "besonders zu denken", dass sich die Tat im Bereich der südlichen Landstraße ereignet hat. "Wir erleben dort eine steigende Drogenszene rund um den Volksgarten, die mittlerweile bis in die umliegenden Straßenzüge ausstrahlt." Geschäfte würden abwandern, es gebe "eine negative Abwärtsspirale" für weite Teile der City.

Raml erwartet sich eine vollumfängliche Aufklärung der Tat, aber auch der Hintergründe und des Milieus des Verdächtigen. Gleichzeitig warnt er davor, jetzt reflexartig ein flächendeckendes Messerverbot zu fordern. In Österreich gebe es ein generelles Waffenverbot für Drittstaatsangehörige – dieses müsse wesentlich stärker kontrolliert werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 15.03.2026, 13:14, 15.03.2026, 11:01
Jetzt E-Paper lesen