Oberösterreichs Landespolitik spricht von einer "Trendumkehr" in der Pflege. Soziallandesrat Christian Dörfel (ÖVP) verweist auf steigende Ausbildungszahlen, mehr Personal und weniger leerstehende Betten in Pflegeheimen.
Laut Land waren Ende des vorigen Jahres 11.274 von 12.773 Betten in Alten- und Pflegeheimen belegt, das sind 237 mehr als im Jahr davor. Gleichzeitig ging die Zahl jener Betten, die wegen Personalmangels leer stehen, seit Ende 2022 um 553 zurück. Die aktuellen Zahlen wertet der Landesrat als Beleg dafür, dass "unser Kurs stimmt".
Ziel sei es, "auch in Zukunft eine gute Pflege sicherzustellen", betont Dörfel. Dafür brauche es "mehr Personal, neue Angebote und eine zukunftsorientierte Planung". Mit der Strategie "Pflege 2040" und einer Fachkräftestrategie sollen mehr Menschen für den Beruf gewonnen werden.
Auch bei der Ausbildung meldet das Land Fortschritte: 1.500 Fachkräfte haben in den Jahren 2024 und 2025 ihre Ausbildung in der Langzeitpflege abgeschlossen. Insgesamt arbeiten derzeit laut Land 10.212 Personen in diesem Bereich.
Doch während die Politik bei der Langzeitpflege Fortschritte sieht, brodelt es in den Spitälern. In den OÖ-Ordenskrankenhäusern laufen derzeit, wie berichtet, schwierige KV-Verhandlungen für das nicht ärztliche Personal. Auch die siebte Runde blieb am Donnerstag ohne Einigung. Morgen, Dienstag, gibt es wieder Gespräche.
Pflegekräfte schildern ihren Alltag dabei deutlich dramatischer. Beschäftigte erzählen etwa, dass sie zeitweise alleine für bis zu 25 Patienten zuständig gewesen seien. Andere berichten von extremem Zeitdruck und emotionaler Belastung – für viele ist die vom Land ausgerufene Trendumkehr im Pflegealltag noch lange nicht angekommen.