Am Donnerstag gehen die KV-Verhandlungen für das nichtärztliche Personal der OÖ-Ordensspitäler in die nächste Runde. Es ist schon der siebte Versuch, eine Einigung zu erreichen – zuletzt hatte es wie berichtet wenig Bewegung gegeben.
Am 3. März legten die Beschäftigten deswegen erneut die Arbeit nieder. Knackpunkt bleibt die Arbeitszeit: Die Gewerkschaft vida fordert eine spürbare Entlastung, zuletzt wurde die ursprüngliche 35-Stunden-Forderung auf 37 Stunden bis 2028 reduziert.
Viele Beschäftigte berichten, wie belastend der Arbeitsalltag mittlerweile geworden ist. Eine Pflegerin schildert jetzt einen Moment aus ihrem Dienst, der den Druck im System deutlich macht. Der Tag begann für sie ganz normal: "Im Wartebereich betrug die Wartezeit etwa zwei Stunden."
Immer wieder musste sie Patienten vorziehen, "weil es ihr Zustand nicht erlaubte, länger sitzenzubleiben". Parallel begleitete sie Patienten zur Toilette oder kümmerte sich um akute Probleme. Was dann passierte, beschreibt sie als ein "zutiefst erschütterndes Erlebnis".
Nachdem sie ihre Patienten so weit versorgt hatte, holte sie schließlich ein Bett mit einem Mann in ihren Raum. Der Patient habe schon etwa eineinhalb Stunden gewartet. Als sie ihn berührte, fiel ihr sofort auf: "Er war bereits sehr kalt." Die Haut habe sich "unnatürlich kühl" angefühlt. "Mir wurde heiß, mein Herz raste, und eine lähmende Angst breitete sich in mir aus", beschreibt sie ihre eigene Reaktion auf die Situation.
Die Ärztin tastete dann den Puls am Hals, die Pflegerin gleichzeitig am Handgelenk des Mannes: "Nichts. Kein Puls. Kein Lebenszeichen." Als die Decke zurückgeschlagen wurde, sei das ganze Ausmaß sichtbar geworden: "Der Patient hatte bereits Totenflecken am Körper."
Nach kurzer Besprechung lagerten sie den Mann korrekt im Bett, deckten ihn würdevoll zu und schlossen ihm die Augen. Später hätten sie noch darüber gesprochen, dass der Patient "vermutlich bereits auf der Station verstorben war – und es niemandem aufgefallen war".
Für die Pflegerin bleibt vor allem ein Gedanke: "Es ist ein unbeschreiblich schrecklicher Moment, einen Menschen vor sich liegen zu sehen, der aufgrund von Wartezeit und Personalmangel still und allein im Warteraum verstorben ist." Und weiter: "Niemand hat es bemerkt. Niemand war bei ihm. Dieser Patient musste unsere Welt ohne Begleitung und ohne Beistand verlassen."