Wenn der Rettungshubschrauber ausrückt oder Bergretter stundenlang im Einsatz sind, kann das schnell sehr teuer werden. Besonders dann, wenn jemand bewusst Risiken eingeht. Genau hier zeigt sich laut einer aktuellen Umfrage ein klarer Trend: Viele Österreicher haben wenig Verständnis für fahrlässig verursachte Freizeitunfälle.
Die Daten stammen vom Linzer MARKET Institut. Für die Studie wurden Anfang März 843 Menschen ab 16 Jahren in ganz Österreich online befragt. Die maximale statistische Schwankungsbreite liegt bei rund 3,4 Prozent.
Besonders deutlich wird das beim Skifahren abseits gesicherter Pisten. Rund 76 Prozent der Befragten finden, dass Personen, die trotz hoher Lawinenwarnstufe ins freie Gelände fahren oder auf Tour gehen, zumindest einen Teil der Rettungs- und Bergungskosten selbst tragen sollten.
Auch bei anderen riskanten Situationen ist die Meinung ähnlich klar. 72 Prozent sprechen sich für eine Kostenbeteiligung aus, wenn jemand alkoholisiert ein Fahrzeug lenkt und dadurch einen Unfall verursacht. Ebenfalls viele Befragte sehen eine finanzielle Verantwortung bei Missachtung von Wegsperren oder Betretungsverboten sowie beim Bergwandern ohne ausreichende Ausrüstung.
Beim Thema Tiefschneefahren zeigt sich außerdem eine strenge Haltung: 42 Prozent würden Abfahrten abseits der Piste generell verbieten. Weitere 45 Prozent finden, dass solche Fahrten zumindest bei erhöhter Lawinenwarnung unterlassen werden sollten. Damit haben insgesamt fast neun von zehn Befragten wenig Verständnis für riskante Abseitsfahrten.
Deutlich mehr Verständnis gibt es dagegen bei Situationen, die schwer vorhersehbar sind. Wenn etwa ein plötzlicher Wetterumschwung zu einer Rettungsaktion führt, spricht sich nur rund ein Viertel dafür aus, die Betroffenen finanziell zur Kasse zu bitten.
Auffällig sind auch Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Vor allem Menschen über 50 Jahre sehen Unfallverursacher stärker in der Pflicht als Jüngere. Frauen befürworten ebenfalls häufiger eine Kostenbeteiligung bei fahrlässigem Verhalten.